Freitag, 12. April 2013

Der Vulkan Tungurahua und die Fahrt zum Tor des suedlichen Oriente

Hola amigos

Meine Zeit in Baños ist schon fast wieder vorbei. Obwohl Baños eigentlich ein Oase der Verwöhnung ist (es reihen sich hier Massagesalon an Beautysalon) bin ich die letzten beiden Tage sehr aktiv gewesen. Fuer Aktivitäten wird hier auch sehr viel geboten. Das Wetter war an beiden Tagen sehr angenehm mit viel Sonne aber auch wolkigen Abschnitten und die Temperaturen - klar, frühlingshaft.
Mein Hotel hier in Baños, die Posada del Arte, ist sehr schön, ich hab mich sehr wohlgefühlt. Trotz der unmittelbaren Nähe zum Ortszentrum ist es doch sehr ruhig gelegen. Und das Fruehstueck ist echt ein Traum (und tatsächlich im Zimmerpreis inbegriffen). Alleine dafür ist es ein Besuch wert: morgentlich kann man zwischen fuenf verschiedenen Fruehstuecken auswaehlen - zur Wahl stehen Pfannkuchen, Tortillas, Fruchtsalat mit Joghurt, Wurst und Eier und dazu bekommt man immer noch Brot, Butter, Marmelade, Käse und einen wirklich guten Kaffee. Und das Fruehstueck ist riesig, da braucht man eigentlich kein Mittagessen mehr. Auch fuer das Abendessen ist das Restaurant im Hotel sehr, sehr empfehlenswert, erstaunlich preisgünstig und vielfältig. Der Lonley Planet hat also mal wieder gute Arbeit geleistet.

Am ersten Tag machte ich eine Wanderung zum nahegelegenen Vulkan Tungurahua. Ich ging kurz vor zehn los und stieg den nahegelegenen Berg hoch zu einen Aussichtspunkt mit einem weissen, beleuchteten Kreuz. Von dort hatte man einen sehr schönen Ausblick auf ganz Baños, was die Stadt aber auch nicht schöner machte.

Ausblick ueber die Stadt Baños vom Aussichtspunkt mit dem weissen Kreuz.
Danach gings weiter, zum Teil der Hauptstrasse entlang, teilweise auf schmalen Pfaden mitten durch den Wald in Richtung des Dorfes Rutun. Der vorerst sonnige Tag änderte sich in einen zunehmend bewölkten Tag und oben auf dem Berg blies ein recht kräftiger Wind. Zum Wandern war das aber sehr angenehm. Unterwegs gelangte ich an vielen Landwirtschaftsbetrieben mit riesigen Plantagen und schönen Blumenfeldern vorbei.



Verspaeteter Osterbaum? Nein, eine der vielen grossen Plantagen mit Baumtomaten. Die schmecken als Fruchtsaft sehr lecker. A mi me gusta.
Das man sich in der Nähe des Vulkanes Tungurahua befand, merkte man an den immer mal wieder auftauchenden Tafeln, welche den Fluchtweg bei einem möglich Ausbruch aufzeigten. Der Vulkan ist zwar zur Zeit recht ruhig, vor sieben Jahren gab es aber einen Ausbruch, der Baños aber glücklicherweise verschont hat.

Immer bereit sein, zu rennen!

Nach einer cirka dreistuendigen Wanderung gelangte ich endlich zum Aussichtspunkt "casa del arbol" von wo aus man einen tollen Blick auf den Vulkan hat. Leider hatte ich kein Glueck und der Vulkan war von Wolken umringt. Ich muss also immer noch auf meinen ersten freien Blick auf einen Vulkan warten. Ein Einheimischer erklaerte mir, dass die beste Moeglichkeit dazu am Morgen frueh ist. Beim Aussichtspunkt hatte es ein Baumhaus aber es schien mir ein wenig wackelig und unstabil, deshalb hielt ich mich nicht lange dort auf. Ich machte aber meine Mittagsrast mit Sicht auf den schoenen Vulkan.

Der Vulkan Tungurahua: leider verwehrten mir die Wolken den Blick auf den Krater. Aber eindruecklich wars trotzdem.
Ein bisschen Tourismus muss sein: Baumhaus mit Ausblick und Schaukel ins Nichts. Das ganze schien mir aber sehr unstabil und war mir nicht so geheuer.
Nach der Mittagsrast machte ich mich wieder auf den Weg zurueck nach Baños. Ich wurde vom Einheimischen Alberto ein Stueck begleitet. Zwar verlangt hier jeder fuer jede Leistung ein kleines Trinkgeld, aber ich war froh ueber die Unterhaltung und konnte gleich auch noch ein bisschen mein Spanisch ueben. Auf jeden Fall war der Abstieg sehr kurzweilig. Unterwegs gelangte ich noch an ein Cafe mit wunderschoenem Ausblick auf Baños, wo ich mir noch ein Glace genehmigte. Danach gings dann definitiv hinunter nach Baños. Am karz nach 4 Uhr erreichte ich muede mein Hotel. Es wurde dann letztendlich doch eine sechsstuenige Wanderung und ich genoss die heisse Dusche und das Relaxen in meiner Haengematte.

Ich machte mich dann fuers Abendessen bereit und wurde beim Verlassen meines Zimmers von einem aelteren Amerikaner aus San Franzisco angesprochen. Wir unterhielten uns ein wenig und verstanden uns so gut, dass wir das Abendessen gemeinsam im Restaurant des Hotels einnahmen. Es hat prima geschmeckt. Allen kam aus der anderen Richtung, von Quito und zog in Richtung Sueden, wo ich hergekommen bin. So konnten wir uns gegenseitig ein paar Tipps fuer gute Unterkuenfte geben. Beide wollten wir aber vor der Weiterreise noch den Quilotoa-Loop von Latancunga aus machen. Ich hatte eigentlich erst vor, nur einen kurzen Abstecher zum Kratersee zu machen, aber durch die Erzaehlungen von Allen entschloss ich mich, auf meine Tage in Mindo zu verzichten und ebenfalls den gesamten Loop zu machen. Leider machte sich Allen ein Tag frueher auf und so konnten wir nicht gemeinsam losziehen. Aber vielleicht sehen wir uns ja irgendwo unterwegs nochmals.

Gestern, an meinem zweiten Tag in Baños unternahm ich eine Fahrradtour von Baños nach Puyo, welche mich ueber die beruehmte Ruta de las cascadas fuehrte. Entlang dieser doch 61 km langen Strecke gibt es vier grosse und unzaehlige kleine Wasserfaelle zu betrachten. Das Gute an der Strecke ist, dass sie fast ausschliesslich berabwaerts fuehrt, vom 1800 m.u.M glegenen Baños ins 900 m.u.M gelegene Puyo. Puyo ist die letzte Stadt vor dem suedlichen Oriente, dem Urwaldgebiet und dementsprechend in einem ganz anderen Klimaabschnitt gelegen. Das merkte man dann auch ganz deutlich waehrend der Fahrt. Auch die Vegetation aenderte sich waehrend der Fahrt sehr stark. Gegen ende wurde es wirklich sehr schwuehl und es nieselte sogar ein bisschen und es war merklich waermer.
 Die Wasserfaelle waren natuerlich sehr schoen, aber leider auch sehr touristisch. Man konnte dort ein einer Art Haengekasten ueber die Schlucht ganz nahe an den Wasserfall heranfahren. Mir gefielen die kleineren ruhigeren Wasserfaelle viel besser. Die Fahrt war anfangs sehr angenehm - es ging tatsaechlich fast ausschliesslich runter - unter die Umgebung war traumhaft schoen.



La ruta de las cascadas: Wasserfaelle, wohin das Auge reicht

Als es dann aber immer tropischer wurde, wurde auch die Fahrt anstrengender und es folgten doch noch einige recht happige Steigungen. Das letzte Teilstueck war dann nicht mehr so toll. Es hatte sehr viel Verkehr auf der Strasse, vor allem viele Lastwagen und Busse, welche einem so richtig viel Russ ins Gesicht gepustet haben. Aber ich hielt schliesslich durch und erreicht nach knapp fuenf Stunden Puyo.
Puyo ist die Hauptstadt der Provinz Pastazo und das eigentliche Tor zum suedlichen Oriente. Und tatsaechlich, gleich schon am Rande der Stadt begann die riesige Flaeche des Urwaldgebietes. Die Stadt selbst war nichts Besonderes. Viel Beton, aber es herrschte trotzdem eine schoene Stimmung. Was natuerlich sehr auffiel, war die Waerme und die hohe tropische Feuchtigkeit.


Unmittelbar an der Stadtgrenze von Puyo beginnt das riesige Urwaldgebiet des suedlichen Oriente.

Nachdem ich also beschlossen hatte, in Ecuador den Oriente auszulassen, konnte ich hier in Puyo doch noch ein bisschen Oriente-Feeling schnuppern. Fuer den Rueckweg nach Baños nahm ich dann einen Bus. Das war kein Problem mit dem Fahrad. Das wurde einfach unten verstaut. Nochmals 61 km waere dann schon ein wenig zu viel gewesen. Um kurz nach sechs traf ich dann wieder im Hotel ein - diesmal nicht nur muede sonder richtig kaputt - und hungrig. Und zur feier des Tages hab ich mir mal wieder einen richtig feinen Teller Spagetthi Bolognese gegoennt - so richtig ecuadorinisch, nicht;-) Aber nach dieser Anstraengung hat das sehr gut getan. Danach gings dann relativ frueh ins Bett um meinen Waedli ein wenig Ruhe zu goennen.

Nach mehr als einem Monat war ich also erstmals wieder in einem Gebiet unter 1000 m.u.M. Die naechste Zeit werde ich aber, wenn alles klappt, nochmals in schwindelerregende Hoehen gehen. Der hoechste, der Kratersee im Quilotoa-Loop ist ueber 4000 m. Ich hab gehoert, dass dort die Naechte wirklich kalt werden. Es wird also nochmals streng, aber danach hab ich ja 8 Tage zum Entspannen auf den Galapagos. Und dort wirds dann auch sicher waermer sein.

Die naechste Zeit werde ich also nicht mehr so oft schreiben koennen, da die Doerfer im Quilotoa-Loop doch recht klein und abgelegen sind und es dort wohl kaum Internet geben wird. Sobald ich aber zurueck komme, werde ich weiter Bericht erstatten. Ich wuensche allen eine schone Zeit. Der Fruehling ist ja jetzt auch endlich bei euch angekommen. Geniesst es. Ich tus naemlich auch.

Un cordial saludo y chao
Mike

Mittwoch, 10. April 2013

Baños de Agua Santa

Buenas tardes chicos

Hier bin ich wieder. Wie bereits angekündigt, habe ich Riobamba einen Tag früher verlassen, als ursprünglich geplant. Das Hostel Oasis war in Ordnung, sehr sauber (mit sehr heisser Dusche) und die Besitzer erwiesen sich am Morgen dann doch noch sehr nett. Aber die Stadt bietet nicht viel und gefaellt mir auch nicht. Ich glaube, ich habe mich gestern auf dem Rückweg vom Nachtessen das erste mal hier in Ecuador ein wenig unwohl gefühlt. Das Hostal liegt sehr ausserhalb und diese Gegend ist mir nachts nicht so ganz geheuer. Also hab ich am Morgen meine Sachen wieder gepackt (resp. ich hab sie gar nie ausgepackt, denn dazu war im kleinen Zimmer echt kein Platz). Vor der weiterreise habe ich sehr gut gefruehstueckt (in einem Restaurant mit vielen ecuadorianischen Spezialitäten) und hab noch ein wenig Zeit im Internetcafé verbracht um Hotels für die weitere Reise zu suchen. Mittlerweile habe ich auch Informationen über meine Gastfamilie in Peru bekommen. Leider nur Namen, ich weiss also nicht, ob es sich um eine Familie handelt und weitere Details habe ich auch nicht. Egal, ich lass mich einfach überraschen - aber es geht hier Schlag auf Schlag.

Schliesslich habe ich mich zum Terminal Oriental begeben. Dort wartete um 12 Uhr bereits mein Bus nach Banos. Die Fahrt dauerte etwa zwei Stunden. Nun befinde ich mich definitiv auf der Strasse der Vulkane. Ich habe gleich zwei davon passiert - gesehen habe ich aber leider nichts, da die Berge von Wolken umhüllt waren. Aber man merkt eindeutig, dass das Land hier durch den Lavauntergrund sehr fruchtbar ist. Weiter südlich waren die Berge üblicherweise einfach grün. Hier bestehen die Hügel aus lauter verschieden grossen und farbigen Feldern. Es sieht manchmal wie eine Patchwork-Decke aus. Bei Baños selbst steht der Vulkan Tungurahua, der im Moment wieder aktiv ist. Bereits 1999 und 2006 führten Eruptionen dazu, dass Teile der Umgebung evakuiert werden mussten. Auch heute sieht man überall in der Stadt Baños Wegmarkierung für die Evakaution im Ernstfall. Aber im Moment ist die Lage nicht dramatisch, ihr müsst euch also keine Sorgen machen.

Baños ist recht klein und mit Abstand der touristischste Ort, denn ich in Ecuador bis jetzt kennengelernt habe. Schön ist die Stadt nicht, man könnte sagen, sie besteht eigentlich nur aus Hostel, Hotels und Touristenlaeden. Aber durch die vielen Backpackers hat die Stadt ihren ganz eigenen Scharm. Und hier laesst sich wohl jedes irgendwie denkbares Abenteuer buchen: Jungeltouren, Biketouren, Riverraftingt, Hikingtouren, Vulkan-Besteigungstouren, etc. Dementsprechend gibts natuerlich auch viele Tourenanbieter. Ich werde hier drei Nächte verbringen. Morgen geh ich ein wenig die Umgebung erkunden (es hat hier tolle Wanderwege) und uebermorgen werd ich mir wahrscheinlich ein Bike mieten und die Strasse der Wasserfaelle runter in Richtung Puyo fahren. Mal sehen was sich ergibt. Moeglichkeiten gibt es hier wirklich sehr viele... fast zu viele um sich zu entscheiden. Und dann gibt es hier dem Namen entsprechend natürlich auch noch die Termalbaeder vulkanischen Ursprunges. Diese werde ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen. Vielleicht nach der Biketour zur Erholung... ?

Ich habe hier ein sehr schönes und grosses Zimmer in einem Boutiquehotel gefunden, welches etwas abseits des Rummels von Banos liegt, gleich neben einem wunderschoenen Wasserfall, der mich hoffentlich in den Schlaf rauschen wird. Das Zimmer ist zwar das bisher teuerste, aber es gefaellt mir und ich habe gehört, dass es hier ein wirklich tolles Morgensessen gibt. Und auch dieser Preis liegt noch meilenweit unter den Schweizer Preisen. Und ich glaube, wenn man tagsüber ein bisschen aktiv ist, ist man froh, ein schönes und ruhiges Zimmer zu haben. Und hurra... es hat schon wieder eine eigene Haengematte zum relaxen!

Mein Zimmer im Posada del Arte: es ist sehr gross, bunt und hat ein wunderbar weiches Bett, eine eigene kleine Terasse und wiederum eine eigene Haengematte. Daran koennte ich mich echt gewoehnen.


So, das wars für heute. Ich habe vorhin noch kurz meine Wäsche in ein Laundry-Service zum Waschen gegeben (hier werden im gleichen Geschaeft Mountainbikes vermietet, Abenteuer-Touren angeboten und eben, die Waesche gewaschen... loca...). Auch das muss zwischendurch natürlich sein. Morgen früh kann ich sie wieder abholen (wenn ich dann noch weiss, wo...;-). Ich werd mir jetzt noch ein gutes Nachtessen gönnen und dann mal sehen. Hier gibt es sehr viele Bars, da werd ich sicher was finden.

Schöne Gruesse in die Schweiz. Hab gehört, dass der Frühling nun endlich auch zu euch kommen wird. Ich drücke euch die Daumen.

Hasta pronto y un cordial saludo
Mike

Dienstag, 9. April 2013

Mehrfacher Abschied

Hola Chicos

Nach vier Tagen in der paradiesischen Hosteria Izhcayluma musst ich gestern schweren Herzens wieder abreisen. Ich wäre gerne noch länger geblieben, es war echt ein herrlicher Ort. Sollt jemand mal nach Vilcabamba reisen, unbedingt dieses Hostel besuchen.
Am Freitag habe ich nochmals eine wunderschöne Wanderung gemacht. Einige ehemalige Mitstudenten (unter anderem meine Klassenkameraden Sara und Timo) sind für das Wochenende ebenfalls nach Vilcabamba gekommen, und so haben wir eine letzte gemeinsame Wanderung gemacht. Wiederum war es eine total andere Wanderung als die beiden vorhergegangenen und noch ein bisschen anspruchsvoller (nicht konditionell, aber technisch). Es ging auf schmalen Pfaden weit in die Bergen hinauf und erneut habe ich wunderbare Aussichten geniessen können. Der Abstieg war den recht gefährlich, da es zum Teil sehr rutschig war. Ich war extrem froh um meine Wanderschuhe, meine Flusssohlen waren dann am Abend vom vielen Abbremsen trotzdem wund. Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.


Meine Hütte in der Hosteria Izhcazluma, in der eines der beiden Zimmer für 4 Nächte mein zu Hause war.

Mein Zimmer von der Terrasse aus gesehen...

... mein Zimmer von innen ...

... und die Terrasse vor dem Zimmer mit eigener Hängematte zum relaxen und Sternegucken. Dieses Zimmer wird wohl sehr, sehr schwer zu toppen sein.


Und jeden Morgen beim Morgenessen bot sich mir diese Aussicht, begleitet von Vogelgezwitscher. Da war jede Stunde, welche man zu lange schlief vergeudete Zeit.


Am Abend trafen wir uns dann fuer ein letztes gemeinsames Nachtessen im Dorf Vilcabamba und ich hatte wunderbare Fajitas de pollo. Die andern hatten noch einen Tipp bekommen, dass irgendwo in der naehe eine 80er Jahre Party statt fand. Dies wollten wir uns natuerlich nicht entgehen lassen. Es stellte sich dann aber heraus, dass das ganze nicht so toll toente - war mehr Techno als 80er. Also verliessen wir die Party wieder und suchten uns was anderes. In einem kleinen Dorf wie Vilcabamba tanzt natuerlich nicht gerade der Baer, aber etwas ausserhalb des Dorfes fand tatsaechlich noch ein Party statt und da war dann wirklich was los. Das halbe Hostel war da. Ein guter Abschluss fuer unseren Aufenthalt im Paradies (was dann letztendlich leider auch bedeutete, dass wir so frueh morgens kein Taxi mehr fanden und den ganzen Weg fruehmorgens zu Fuss zuruecklegen mussten, immerhin 25 Min im Dunkeln...). Aber das schafften wir dann auch noch und ich viel muede, aber zufrieden in mein Bett.

Am nächsten Tag hiess dann Abschied nehmen, von Vilcabamba und nun auch definitiv von meinen ehemaligen Mitstudenten. Es war aber schön, sie nochmals zu sehen, denn wir hatten eine gute Zeit zusammen. Kurz nach Mittag gings dann mit dem Bus nach Loja. Da die Strecke bis zu meinem nächsten Ziel Riobamba ein bisschen weit war, entschied ich mich, nochmals einen Zwischenstopp in Cuenca zu machen und dort eine Nacht in einem Hostal zu verbringen. Also nahm ich mir einen Bus, der mich direkt nach Cuenca fuhr. Im Bus lernte ich dann Fredrik aus Norwegen kennen, der ebenfalls ein Wochenende in Vilcabamba verbracht hatte und auf dem Weg nach Cuenca waren. Die wir beide noch keine Bleibe reserviert hatten, entschlossen wir uns, ein gemeinsames Zimmer zu nehmen. Wir entschieden uns fuer ein Hostal nahe meiner ehemaligen Schule. Zwar war kein Doppelzimmer mehr zu haben, aber wir erhielten ein Fuenfbettzimmer, welches wir letztendlich für uns alleine hatten. Viel hatte ich nicht mehr von Cuenca, da wir erst um ca. halb neun abends ankamen, aber es war schon ein bisschen wie wieder nach Hause zu kommen. Das Hostel war einfach, aber sehr hübsch - und kostete gerade mal 7 Dollar die Nacht.

Nach einer ruhigen Nacht in einem recht wackeligen Mehrstockbett machte ich mich dann am Morgen um acht wieder auf zum Busbahnhof um den Bus nach Riobamba zu nehmen. Fredrik blieb noch eine weitere Nacht. Der gewünschte Bus um 9.00 fiel zwar aus, aber so hatte ich noch zeit für ein gutes Morgenessen, denn die Fahrt nach Riobamba dauert sechs Stunden. Um 10 Uhr nahm ich dann auch definitiv Abschied von Cuenca, der Stadt in der ich viel erlebt habe. Vorlaeufig zu mindest, denn wer weiss, vielleicht zieht es mich irgendwann wieder mal dorthin zurueck.

Ich hatte eine sehr bequeme Busgesellschaft gewaehlt (S.A.N.T.A., muss ich mir unbedingt merken) welche bequeme Sitze und sogar Fernsehen hatte und vor allem ziemlich direkt noch Riobamba fuhr, ohne unterwegs viel anzuhalten. Die Strecke führt nochmals über Alusi, welches ich bereits vor zwei Wochen besucht hatte, nur hat sich das Wetter seither ein bisschen verändert. Es regnet jetzt öfters und es ist auch oft bewölkt. Die Berge waren so ziemlich alle in den Wolken und die Aussicht war diesesmal sehr schlecht. Aber auch das hatte seinen Reiz. Um ca. 4 Uhr erreichte ich dann Riobamba. Die ältere Dame, welche neben mir im Bus gesessen hat (Lilia, ich hab sogar ihre Nummer bekommen ;-) hat sich dann sehr um mich gekümmert und ist im Taxi sogar mit mir bis zum Hostal gefahren. Das Hostal liegt leider sehr weit ausserhalb des Stadtzentrums, was recht schade ist. Es ist mit Abstand das kleinste Zimmer, welches ich je bekommen habe, ich habe kaum Platz, meinen Reiserucksack irgendwo hinzulegen. Deshalb hab ich mich entschieden, nur eine Nacht hier zu bleiben und bereits einen Tag früher nach Banos, meiner nächsten Station meiner Reise zu fahren. Riobamba selbst ist ebenfalls nicht sehr interessant und recht schmutzig. Hier hält mich eigentlich nichts. Ich glaub, Banos wird mehr zu bieten haben. Leider habe ich noch keine Reservierung gemacht. Banos ist aber nicht so gross, hat aber viele Hotels und Hostals. ich werde morgen früh losziehen (ist nur gerade 2 Stunden von hier entfernt) und dann auf gut Glück eine Unterkunft suchen. Das gehört halt auch mal zum Abenteuer und ich werde schon was gutes finden.

Also, ich hoffe, dass ich in Banos wieder Spannendes zu schreiben haben werde.

Hasta luego y un cordial saludo
Mike

Samstag, 6. April 2013

Leben im Paradies


 Hola amigos

Nun habe ich bereits zwei Naechte in der wunderschoenen Hosteria Izhcazluma verbracht. Hier stimmt einfach alles, von der Zimmerausstattung ueber das reichhaltige Morgenessen bis zum allabentlichen Barbetrieb. Das atemberaubende Panorama vom Zimmer aus ist ja das eine. Was aber ebenfalls kaum irgendwo zu toppen ist, ist der naechtliche Sternenhimmel. Da die Hosteria sehr abgelegen liegt, ist es nachts sehr dunkel. Ich glaub, ich hab in meinem ganzen Leben noch nie soviele Sterne gesehen. Dazu kommen nach der Daemmerung noch die vielen Gluehwuermchen, welche sich gleich von der Haengematte aus beobachten lassen. Wenn man nachts dann das Fenster offenstehen laesst (alle Fenster sind mit Moskittoschutz versehen) dann kann man einem wunderschoenen Konzert aus Grillen und seltsamklingenden Nachtvoegel lauschen. Da laesst es sich wunderbar schlafen.

Vilcabamba ist ideal zum Wandern. Die Hosteria selbst gibt gratis Wanderrouten mit verschiedener Dauer und verschiedenen Schwierigkeitsgraden heraus. Man muss sich nur an der Rezeption melden und schon bekommt man eine Karte der gewuenschten Wanderroute ausgehaendigt und dazu gibts noch reichlich Informtionen (in spanisch, aber mittlerweile versteh ich schon was ;-). Ich habe gestern und heute zwei Wanderungen ausprobiert. Sie sind recht gut beschrieben, aber ein bisschen aufpassen muss man schon. Die gestrige Wanderung war eine Rundroute, welches auf abgelegenen Pfaden durch eine sehr schoene Landschaft fuehrte. Die Wanderung war sehr angenehm und nicht allzustreng. Auf dem Weg boten sich wunderschoene Aussichten, man konnte aber auch wunderbar Tiere und Pflanzen beobachten. Die Tiere scheinen sich hier wirklich ueberall frei zu bewegen und man darf sich nicht wundern, wenn einem ploetzlich ein Esel oder ein Schwein den Weg versperrt.


Libelle...

... und Blueten. Die Natur praesentiert sich Ton in Ton.

Jetzt aber weg da... ich muss da durch.

Heute machte ich dann eine etwas schwierigere Wandertour, welche mich zu einem schoenen Wasserfall fuehren sollte. Zuerst ging es per Taxi zum Ausgangspunkt bei einem Fluss mit Bruecke. Von dort aus gings dann erst mal ganz schoen den Berg rauf. Da musste man schon ein wenig fit sein - und gutes Schuhwerk tragen. Ist man endlich oben angelangt, wirds dann ein wenig leichter. Schlussendlich endet man wieder an einem kleinen Fluss und das Rauschen kuendigt schon den Wasserfall an. Um den zu sehen, gehts dann aber nochmals sehr steil bergab. Da muss man ganz besonders auf seine Tritte achten, denn das ganze ist sehr glitschig. Die Muehe lohnt sich dann aber. 

Anfangs plaetschert der Bach ja noch ganz lustig...

... weiter unten ist dann aber fertig lustig.
Nach einer Pause und einem Mittagslunch gings dann die gleiche Strecke wieder zurueck. Da der Fluss im Moment viel Wasser fuehr, kann die normale Rundroute nicht gemacht werden, da dies viel zu gefaehrlich waere. Das war ein bisschen schade. Aber vielleicht auch besser so, denn die Strecke, welche ich am morgen mit dem Taxi gefahren bin, musste ich jetzt ja zu Fuss zuruecklaufen... ein Taxi verirrt sich hier hin nur ganz selten.

Die zwei Tage hier in Vilcabamba waren sehr schoen, und es werden ja noch zwei weitere folgen. Heute abend werden einige Mitstudenten meiner ehemaligen Schule in Cuenca ebenfalls fuer ein Wochenende nach Vilcabamba kommen und zwar ins gleich Hotel. Ich freue mich auf ein Wiedersehen.

So, damit ist der Blog wieder auf dem neusten Stand. Mal sehen, wo es mich morgen hinfuehren wird. Ich muss jetzt aber langsam auch konkrete Plaene fuer naechste Woche machen. Ideen habe ich schon, aber verraten wird noch nichts.

Liebe Gruesse in die Schweiz
Chao Mike

Donnerstag, 4. April 2013

Paradies auf Erden

Ich glaub, wenn es ein Paradies auf Erden gibt, dann muss es hier sein.

Hola chicos
Heute kurz vor Mittag habe ich mein nächstes Reiseziel angepeilt und bin mit dem Bus der Vilcabambaturis nach Vilcabamba gefahren. Die Fahrt dauerte gut ein Stunde und führte aus Loja tief in eine grüne Landschaft. Vilcabamba ist ein ganz kleiner Ort und fast hätte ich es verpasst am richtigen Ort auszusteigen. Hier hällt der Bus einfach völlig unscheinbar irgendwo an der Strasse. Ich musste erst eine Dame im Bus fragen ob das wirklich der richtige Ort ist. Ich hab dann meinen Rucksack ausgeladen und hab mich mal wieder nach einem Taxi umgesehen. Dieses hat mich dann zum zirka 2 km ausserhalb des Ortes liegendem Hostal gebracht. Die Anlage liegt völlig abseits. Ich wurde herzlich empfangen und zu meinem Zimmer geführt. Die ganze Anlage besteht aus kleinen Hütten mit jeweils zwei Zimmern und einer eigenen Terrasse mit Hängematte direkt vor der Haustür. Und die Aussicht ist völlig frei in die grüne Berglandschaft. Es ist wirklich ein Traum. Tagsüber kann man am Pool sitzen, wandern gehen oder einfach nur im Vogelgezwitscher relaxen und jetzt, wo es dunkel ist, in der Hängematte liegen und in den Sternenhimmel schauen, begleitet von tausenden Grillen und sonst nichts. Es ist einfach der Hammer hier und hier werde ich ganze vier Nächte bleiben.


Aussicht aus der Haengematte vor meinem Zimmer. Gruener geht es nicht

Kurz nach der Ankunft, um doch noch etwas Bewegung zu bekommen, habe ich mich zu Fuss auf den Weg ins Dorf gemacht. Der etwa zwanzig Minuten dauernde weg führt mitten durch die grüne Landschaft, vorbei an Maisfeldern, Blumenbüschen, Bananenstauden und freitragenden Eseln und Kühen. Ich glaub, hier muss das Paradies sein. Nur alleine dieser weg ins Dorf ist einfach traumhaft.




Das Klima hier ist sehr angehnehm, weder zu heiss, noch zu kalt. Kein Wunder zieht es Scharen von Rentnern aus der USA hierhin.

Das Dorf ist auch sehr schön, sehr klein und übersichtlich. Und die Lage ist einfach fantastisch. Ich glaube gern, dass es hier laut einer Studie erstaunlich viele hundertjährige gibt und dass es hierhin viele Rentner aus der ganzen Welt zieht. Ich glaube, an diesem oder kann man tatsächlich alt werden.

Das Staedtchen Vilcabamba sieht aus wie eine Westernstadt... und ist sehr, sehr ruhig.

Einziger Wermutstropfen... Hier hat es erstmals wieder Mücken, die zur Plage werden können. In Cuenca war das wegen der Höhe kein Problem. Ich werde mir unbedingt Insektenschutzmittel kaufen müssen.

So und jetzt hab ich Hunger. Werde mir was zu essen holen gehen. Morgen gibt's dann mehr aus Vilcabamba. Ich freue mich auf meine erste Nacht mit Grillengezirpe.

Einen lieben Gruss in die Kälte der Schweiz. Ein Mückenproblem werdet ihr wohl keines haben.

Chao chicos
Mike

Von meinem iPhone gesendet

Mittwoch, 3. April 2013

Hola Loja.

Die erste Nacht im Hotel in Loja war sehr angenehm. Kein Fenster zu haben kann auch ein Vorteil sein, das Zimmer ist jedenfalls sehr ruhig. Nach einem kleinen günstigen Frühstück irgendwo (natürlich Instant Kaffee) machte ich mich auf die suche nach einem Geldautomaten. Da hat es viel davon aber keiner wollte mir Geld geben. Erst nach einigen versuchen hat es schliesslich geklappt, zwar nur 100 Dollar, aber die Limiten sind halt manchmal sehr tief.

Dann machte ich mich auf den weg in den Parque universitario la Argelira, welcher ausser halb aber recht nah der Stadt liegt. Dort soll es laut Lonley Planet tolle Wanderwege geben. Ich suchte mir also wieder Taxi. Taxis haben hier kein Taxameter. Der Preis ändert je nach Laune des Taxifahrers. Und wenn man englisch spricht wird's meistens etwas teurer. Am besten man legt den Preis vor der Fahrt in Spanisch fest und wenn's zu teuer ist, versucht man es halt beim nächsten. Das geht mittlerweile schon recht gut und man kann während der Fahrt manchmal noch ein wenig die Sprache üben. Ich hatte Glück und einen gesprächigen und lustigen Fahrer.

Leider war der Eingang des parkes noch nicht besetzt, weshalb ich zuerst den botanischen Garten auf der anderen Seite besuchte, ganz ok aber bei weitem kein muss.






Ein paar Bilder aus dem Botanischen Garten


Um zwölf war der Eingang dann besetzt und mir wurden sehr freundlich die verschiedenen Wanderwege gezeigt, leider gibts aber keine Karten zum mitnehmen. Der Eintritt kostet 1 Dollar. Der Park scheint nicht häufig besucht zu werden, ich war weit und breit der einzigen. Aber der Hund des Parkwächters hat mich freundlicherweise ein Stück weit begleitet, das war sehr freundlich. Dann war ich ohne Karte auf mich alleine gestellt. Zuerst ging's durch einen wunderschönen Wald stetig aufwärts. Der weg war glücklicherweise sehr gut sichtbar, Schilder gibt's nur ganz wenige. Wegen der Höhe war der Aufstieg doch recht anstrengend. Die Stille und die durch das Blätterdach fallenden Sonnenstrahlen waren aber wunderbar.



Bei schoenem Wetter gings durch einen wunderschoenen, schattenspendenen Wald stetig bergauf.



Nach einer Viertelstunde gelang ich schliesslich über die Waldgrenze. Und zu meinem Pech änderte das Wetter plötzlich. Dies kann in Ecuador manchmal recht schnell gehen. Nach vor 15 Minuten war blauer Himmel und plötzlich regnet es. Schade, denn die Aussicht wäre ohne Regen bestimmt Super gewesen. Nun lag alles in dicken Wolken. Ich war ein bisschen enttäuscht aber ich ging weiter. Die Vegetation änderte und wäre bestimmt sehr schön gewesen. Nun kam neben dem Regen noch ein kühler Wind sind auf. Zum Glück habe ich eine gute Regenjacke. Es ging immer weiter aufwärts.





Oberhalb der Waldgrenze machte mir das Wetter leider einen Strich durch die Rechnung. Ploetzlich auftretender Regen verhinderte eine klare Sicht auf die Umgebung. Wirklich sehr schade.





Plötzlich als ich ganz oben war riss die Wolkendecke auf und zeigte mir einen atemberaubenden Blick auf Loja und die umliegenden Anden. Ich stand in schwindelerregender Höhe und genoss die Aussicht rund um mich herum. Auf glaub, diese Wanderung hat sogar den Ausflug nach cajas getopt. Der weg wurde immer schmaler, links und rechts ging's oft steil nach unten und immer wieder eröffneten sich mir neue Aussichten.
Nach ca drei Stunden kam ich wieder beim Eingang des Parkes an. Eine solch schöne Wanderung hätte ich wirklich nicht erwartet und ich bin unterwegs keiner Menschenseele begegnet. Scheint völlig unbekannt zu sein. Danke an meinen lonley Planet. Das hat sich wirklich gelohnt.




Ich hatte wirklich Glueck, denn als ich zu oberst auf dem Berg ankam, riss der Himmel wieder auf und eroeffnete mir ein wunderschoenes, atemberaubendes Panorame um mich herum.



Also, wenn ich im Juni nicht zurueck komme, dann wisst ihr jetzt, wo ihr mich besuchen kommen koennt.


Auf der Strasse zurück nach Loja konnte ich glücklicherweise wieder ein Taxi anhalten welches mich zum Hotel zurück brachte - müde aber glücklich. Und dort wartete wiederum eine warme Dusche auf mich. Den Nachmittag liess ich dann im gemütlichen Café Casa Sol ausklingen, auf dem Balkon sitzend mit Empanadas de verde, frittierten Teigtaschen aus Kochbananen mit Pollo. Sehr lecker!

Das war wirklich ein toller Einstieg für meine Reise. So kann es weiter gehen! Morgen geht's weiter nach Vilcabamba und das wird bestimmt auch toll werden.

Liebe Grüsse und Chao aus Loja.
Mike.


Von meinem iPhone gesendet

Montag, 1. April 2013

Chao Cuenca

Heute ist nun wirklich mein letzter Tag im Hause meiner Gastfamilie in Ecuador angebrochen. Ich habe meinen Aufenthalt ja noch um zwei Nächte verlängert, da Emilie, die neue Studentin aus der Schweiz (aber parle-vous Française) aber bereits am Sonntag Abend eintraf, musste ich mein Zimmer räumen und für die letzte Nacht ins untere Stockwerk in ein neues Zimmer ziehen. Bei dieser Gelegenheit merkte ich, dass tatsächlich noch eine Studentin aus Schweden im Haus wohnt, welche eine andere Sprachschule besucht und mit Monicas Mutter zusammen isst und wohnt. Und das schön seit drei Wochen... ! Hab ich schon erwähnt, dass das Haus gross war? Was sie wohl sonst noch vor mir versteckten?;-) schade, dass ich die Studenten erst am Abend getroffen habe, mit ihr hätte ich bestimmt mehr Spanisch sprechen können.

Am zweitletzten Tag machte ich noch einen Ausflug zum Mirador Turi. Ueber 440 Treppentritte gelangt man zu einer Kirche, vor der sich ein toller Aussichtspunkt ueber die ganze Stadt Cuenca befindet. Cuenca ist wirklich viel groesser, als ich gedacht habe.



In Cuenca soll es fuer jede Woche im Jahr eine Kirche haben. Dies ist eine davon mit dramatischem Regenwolkenhintergrund.


Mein Zimmer in Monicas Haus

Mi casa es su casa: Dies war die letzten vier Wochen mein Zuhause.

Dies ist der Parque de la madre, der Park vor Monicas Haus, leider im Moment eine Baustelle. Aber ich denke, wenn die Tiefgarage fertig ist, sicher ein sehr schoener Ausblick. Leider hatte ich nichts mehr davon.


Am morgen vor meiner Weiterreise hab ich noch Blumen für Monica und Schokolade als Abschiedsgeschenk für die Kinder gekauft. Um elf holte mich dann ein Taxi zum Busbahnhof ab. Der Abschied ging recht schnell vonstatten aber ich mag abschiede sowieso nicht so sehr. Aber ich glaube, sie haben sich sehr über die Geschenke gefreut.
Mit dem Taxi ging's dann also zum Terminal terrestre wo ich mich nach einem Bus nach Loja erkundigte. Längere Busfahrten werden im voraus gelöst und das war gut so, denn ich hatte mal wieder kaum Kleingeld bei mir. Kleingeld zu haben ist sehr wichtig, da man sogar in grossen Supermärkten Mühe haben kann, mit einer 20 Dollar Note zu bezahlen, im Bus ist das fast nicht möglich. Es gibt drei Geldwechsel Automaten in Cuenca, welche ausserhalb der bankzeiten Geld wechseln und natürlich waren am Wochenende wieder mal alle ausser betrieb. Ich weiss nicht, wie das die Ecuadorianer machen...

Um zwölf fuhr dann der Bus los nach Loja, mit ganzen sechs Passagieren. Unterwegs stiegen dann noch einige hinzu aber der Bus füllte sich nicht halb. Die Fahrt war erneut sehr schön. Wieder ging's über die Bergen mit schönen Aussichten auf indigene Dörfer. Ich liebe hier die Busfahrten. Und das ganze ist gar nicht mal so unbequem. Langweilig wird mir jedenfalls nie.

Um kurz nach vier kam ich in Loja an. Vom Busbahnhof wurde ich per Taxi zum gebuchten Hotel metropolitano gebracht. Das Hotel ist für den Zimmerpreis von 15 doller pro Nacht sehr schön und vor allem sehr sauber. Mein Zimmer hat zwar kein Fenster aber dafür konnte ich seit einem Monat wieder mal eine durchgehend warme Dusche geniessen - der Wahnsinn! Man lernt hier echt die kleinen Dinge wieder schätzen. Nach einer kurzen stadtbesichtigung (Loja ist gegenüber Cuenca natürlich nichts) ging's noch zum mexicaner und dann relativ früh ins Bett. Ich bin gespannt, was mich morgen in dieser Stadt erwarten wird.

Liebe Grüsse und Chao aus Ecuador.
Mike



Von meinem iPhone gesendet

Von meinem iPhone gesendet