Mittwoch, 3. April 2013

Hola Loja.

Die erste Nacht im Hotel in Loja war sehr angenehm. Kein Fenster zu haben kann auch ein Vorteil sein, das Zimmer ist jedenfalls sehr ruhig. Nach einem kleinen günstigen Frühstück irgendwo (natürlich Instant Kaffee) machte ich mich auf die suche nach einem Geldautomaten. Da hat es viel davon aber keiner wollte mir Geld geben. Erst nach einigen versuchen hat es schliesslich geklappt, zwar nur 100 Dollar, aber die Limiten sind halt manchmal sehr tief.

Dann machte ich mich auf den weg in den Parque universitario la Argelira, welcher ausser halb aber recht nah der Stadt liegt. Dort soll es laut Lonley Planet tolle Wanderwege geben. Ich suchte mir also wieder Taxi. Taxis haben hier kein Taxameter. Der Preis ändert je nach Laune des Taxifahrers. Und wenn man englisch spricht wird's meistens etwas teurer. Am besten man legt den Preis vor der Fahrt in Spanisch fest und wenn's zu teuer ist, versucht man es halt beim nächsten. Das geht mittlerweile schon recht gut und man kann während der Fahrt manchmal noch ein wenig die Sprache üben. Ich hatte Glück und einen gesprächigen und lustigen Fahrer.

Leider war der Eingang des parkes noch nicht besetzt, weshalb ich zuerst den botanischen Garten auf der anderen Seite besuchte, ganz ok aber bei weitem kein muss.






Ein paar Bilder aus dem Botanischen Garten


Um zwölf war der Eingang dann besetzt und mir wurden sehr freundlich die verschiedenen Wanderwege gezeigt, leider gibts aber keine Karten zum mitnehmen. Der Eintritt kostet 1 Dollar. Der Park scheint nicht häufig besucht zu werden, ich war weit und breit der einzigen. Aber der Hund des Parkwächters hat mich freundlicherweise ein Stück weit begleitet, das war sehr freundlich. Dann war ich ohne Karte auf mich alleine gestellt. Zuerst ging's durch einen wunderschönen Wald stetig aufwärts. Der weg war glücklicherweise sehr gut sichtbar, Schilder gibt's nur ganz wenige. Wegen der Höhe war der Aufstieg doch recht anstrengend. Die Stille und die durch das Blätterdach fallenden Sonnenstrahlen waren aber wunderbar.



Bei schoenem Wetter gings durch einen wunderschoenen, schattenspendenen Wald stetig bergauf.



Nach einer Viertelstunde gelang ich schliesslich über die Waldgrenze. Und zu meinem Pech änderte das Wetter plötzlich. Dies kann in Ecuador manchmal recht schnell gehen. Nach vor 15 Minuten war blauer Himmel und plötzlich regnet es. Schade, denn die Aussicht wäre ohne Regen bestimmt Super gewesen. Nun lag alles in dicken Wolken. Ich war ein bisschen enttäuscht aber ich ging weiter. Die Vegetation änderte und wäre bestimmt sehr schön gewesen. Nun kam neben dem Regen noch ein kühler Wind sind auf. Zum Glück habe ich eine gute Regenjacke. Es ging immer weiter aufwärts.





Oberhalb der Waldgrenze machte mir das Wetter leider einen Strich durch die Rechnung. Ploetzlich auftretender Regen verhinderte eine klare Sicht auf die Umgebung. Wirklich sehr schade.





Plötzlich als ich ganz oben war riss die Wolkendecke auf und zeigte mir einen atemberaubenden Blick auf Loja und die umliegenden Anden. Ich stand in schwindelerregender Höhe und genoss die Aussicht rund um mich herum. Auf glaub, diese Wanderung hat sogar den Ausflug nach cajas getopt. Der weg wurde immer schmaler, links und rechts ging's oft steil nach unten und immer wieder eröffneten sich mir neue Aussichten.
Nach ca drei Stunden kam ich wieder beim Eingang des Parkes an. Eine solch schöne Wanderung hätte ich wirklich nicht erwartet und ich bin unterwegs keiner Menschenseele begegnet. Scheint völlig unbekannt zu sein. Danke an meinen lonley Planet. Das hat sich wirklich gelohnt.




Ich hatte wirklich Glueck, denn als ich zu oberst auf dem Berg ankam, riss der Himmel wieder auf und eroeffnete mir ein wunderschoenes, atemberaubendes Panorame um mich herum.



Also, wenn ich im Juni nicht zurueck komme, dann wisst ihr jetzt, wo ihr mich besuchen kommen koennt.


Auf der Strasse zurück nach Loja konnte ich glücklicherweise wieder ein Taxi anhalten welches mich zum Hotel zurück brachte - müde aber glücklich. Und dort wartete wiederum eine warme Dusche auf mich. Den Nachmittag liess ich dann im gemütlichen Café Casa Sol ausklingen, auf dem Balkon sitzend mit Empanadas de verde, frittierten Teigtaschen aus Kochbananen mit Pollo. Sehr lecker!

Das war wirklich ein toller Einstieg für meine Reise. So kann es weiter gehen! Morgen geht's weiter nach Vilcabamba und das wird bestimmt auch toll werden.

Liebe Grüsse und Chao aus Loja.
Mike.


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Montag, 1. April 2013

Chao Cuenca

Heute ist nun wirklich mein letzter Tag im Hause meiner Gastfamilie in Ecuador angebrochen. Ich habe meinen Aufenthalt ja noch um zwei Nächte verlängert, da Emilie, die neue Studentin aus der Schweiz (aber parle-vous Française) aber bereits am Sonntag Abend eintraf, musste ich mein Zimmer räumen und für die letzte Nacht ins untere Stockwerk in ein neues Zimmer ziehen. Bei dieser Gelegenheit merkte ich, dass tatsächlich noch eine Studentin aus Schweden im Haus wohnt, welche eine andere Sprachschule besucht und mit Monicas Mutter zusammen isst und wohnt. Und das schön seit drei Wochen... ! Hab ich schon erwähnt, dass das Haus gross war? Was sie wohl sonst noch vor mir versteckten?;-) schade, dass ich die Studenten erst am Abend getroffen habe, mit ihr hätte ich bestimmt mehr Spanisch sprechen können.

Am zweitletzten Tag machte ich noch einen Ausflug zum Mirador Turi. Ueber 440 Treppentritte gelangt man zu einer Kirche, vor der sich ein toller Aussichtspunkt ueber die ganze Stadt Cuenca befindet. Cuenca ist wirklich viel groesser, als ich gedacht habe.



In Cuenca soll es fuer jede Woche im Jahr eine Kirche haben. Dies ist eine davon mit dramatischem Regenwolkenhintergrund.


Mein Zimmer in Monicas Haus

Mi casa es su casa: Dies war die letzten vier Wochen mein Zuhause.

Dies ist der Parque de la madre, der Park vor Monicas Haus, leider im Moment eine Baustelle. Aber ich denke, wenn die Tiefgarage fertig ist, sicher ein sehr schoener Ausblick. Leider hatte ich nichts mehr davon.


Am morgen vor meiner Weiterreise hab ich noch Blumen für Monica und Schokolade als Abschiedsgeschenk für die Kinder gekauft. Um elf holte mich dann ein Taxi zum Busbahnhof ab. Der Abschied ging recht schnell vonstatten aber ich mag abschiede sowieso nicht so sehr. Aber ich glaube, sie haben sich sehr über die Geschenke gefreut.
Mit dem Taxi ging's dann also zum Terminal terrestre wo ich mich nach einem Bus nach Loja erkundigte. Längere Busfahrten werden im voraus gelöst und das war gut so, denn ich hatte mal wieder kaum Kleingeld bei mir. Kleingeld zu haben ist sehr wichtig, da man sogar in grossen Supermärkten Mühe haben kann, mit einer 20 Dollar Note zu bezahlen, im Bus ist das fast nicht möglich. Es gibt drei Geldwechsel Automaten in Cuenca, welche ausserhalb der bankzeiten Geld wechseln und natürlich waren am Wochenende wieder mal alle ausser betrieb. Ich weiss nicht, wie das die Ecuadorianer machen...

Um zwölf fuhr dann der Bus los nach Loja, mit ganzen sechs Passagieren. Unterwegs stiegen dann noch einige hinzu aber der Bus füllte sich nicht halb. Die Fahrt war erneut sehr schön. Wieder ging's über die Bergen mit schönen Aussichten auf indigene Dörfer. Ich liebe hier die Busfahrten. Und das ganze ist gar nicht mal so unbequem. Langweilig wird mir jedenfalls nie.

Um kurz nach vier kam ich in Loja an. Vom Busbahnhof wurde ich per Taxi zum gebuchten Hotel metropolitano gebracht. Das Hotel ist für den Zimmerpreis von 15 doller pro Nacht sehr schön und vor allem sehr sauber. Mein Zimmer hat zwar kein Fenster aber dafür konnte ich seit einem Monat wieder mal eine durchgehend warme Dusche geniessen - der Wahnsinn! Man lernt hier echt die kleinen Dinge wieder schätzen. Nach einer kurzen stadtbesichtigung (Loja ist gegenüber Cuenca natürlich nichts) ging's noch zum mexicaner und dann relativ früh ins Bett. Ich bin gespannt, was mich morgen in dieser Stadt erwarten wird.

Liebe Grüsse und Chao aus Ecuador.
Mike



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Samstag, 30. März 2013

Frohe Ostern allerseits


hola chicos

Letzten Donnerstag hatte ich meinen letzten Schultag hier in Cuenca. Ich bin nun also bereits vier Wochen in Ecuador - laut meiner Kamera, die glücklicherweise immer schön meine Tage mitzaehlt, genau 30 Tage. Mir kommt es gar noch nicht so lange vor. Naja, es gab in der Schule ja auch immer viel zu tun, die Wochenenden waren bis jetzt auch immer ausgebucht und an vielen Abenden standen Filmabende, Salsa-Tanzkurse und ecuadorianische Kochkurse auf dem Programm. Eigentlich klar, dass so die Tage wie im Fluge vergehen. Aber ehrlich gesagt bin ich jetzt erst mal froh, Schule und Hausaufgaben mal etwas hinter mir lassen zu können, um mich ganz auf das Reisen konzentrieren zu können. Meine Sprachfortschritte sind zwar noch nicht das Gelbe vom Ei (weil ja schliesslich Ostern ist...) aber ich kann den nächsten Monat während dem Reisen noch ein wenig üben, bevor es dann in Peru zum zweiten Studienteil kommt. Aber daran möchte ich jetzt lieber noch nicht denken.

Gestern war keine Schule, da Karfreitag war - hier viernes santa genannt - welcher ganz gross gefeiert wird. Am morgen gab es in der ganzen Stadt Prozessionen und der Blumenmarkt bei der neuen Kathedrale war an diesem Tag besonders schön. Etwas kitschig waren die Prozessionen schon, die ganze Kreuzigungsgeschichte wird nachgespielt, inklusive Kreuz und römische Soldaten, und vorneweg faehrt dann ein Pickup, auf dem einige Ecuadorianer die Geschichte über Mikrofone verbreiten. Hinden laufen dann die Leute hinterher und begleiten die Prozession lautstark - das ganze wirkte auf mich nicht sehr religiös. Aber egal, wir sind ja schliesslich in einem anderen Land und da herrschen andere Sitten. Sowieso wird hier eigentlich nur der Karfreitag gross gefeiert. Der Sonntag ist nicht mehr so wichtig und der Montag ist bereits wieder ein ganz normaler Arbeitstag.

Am Freitag wurde in meiner Gastfamilie das erste mal so richtig gross mit der ganzen Familie und mit Freunden zusammen gegessen - ansonsten sind die Mahlzeiten ja eher ein Kommen und Gehen. In der semana santa und vor allem am viernes santa ist es üblich, eine fanesca und zum Nachtisch arroz con leche zu essen. Die Fanesca ist eine Suppe, welche aus zwölf Zutaten (12 Juenger Jesu) zubereitet wird, unteranderem mit Kabeljau (Fleisch wird am Freitag hier nicht gegessen), Kuerbis und verschiedenen Bohnensorten. Suppe wird ja hier nebst Reis, den es immer und jederzeit gibt, sehr viel gegessen (me gusta mucho) aber diese Suppe wird wirklich nur in dieser einen Woche im Jahr gegessen. Die Suppe ist sehr nahrhaft. Da die Suppe wirklich sehr lecker war, entschied ich mich für eine zweite Portion, pero solo un poquito, aber das zählt hier nicht, ich bekam nochmals eine ganze volle Portion und ich bin wirklich fast geplatzt. Dann gabs zum Nachtisch noch arroz con leche, eigentlich gleich wie bei uns Milchreis, leider aber mit riesigen Rosinen drinn, und wenn ich sage riesig, dann mein ich wirklich riesig. Drei-Zentimeter-Dinger waren das. Und man sagte mir, dass es noch größere gibt. Hoffentlich kommen mir diese nie zu Gesicht :-) Ich hab aber ganz tapfer gegessen (man ist ja gut erzogen, im Gegensatz zu anderen Mitstudenten...) Naja, mehr geschluckt als gegessen, aber weg waren sie. Das Essen war ganz lustig und ich konnte mich mit den Freunden der Familie eigentlich recht gut unterhalten (in Spanisch natürlich) und es war ein schöner Tag.

Aber eben, sonst wird hier nicht so wie bei uns gefeiert - keine Ostereier, keine Osterhasen und Schokolade schon gar nicht. Aber das werde ich überleben, und ich hab ja gehört, das Zu hause dann doch noch ein Schokoladenei auf mich warten wird. Aber richtige Osterstimmung kommt nicht auf.

Ich habe beschlossen, noch bis Montagmorgen bei der Familie zu bleiben. Es kommt zwar am Sonntag bereits eine neue Studentin aus der Schweiz, aber es wird sich noch ein Bett für eine Nacht für mich finden lassen. Da habe ich noch ein bisschen mehr Zeit, um meine Reise zu planen. Ich werde als erstes noch weiter nach Sueden reisen. Erste Station wird Loja sein, welches nahe an einem tollen Nationalpark liegt. Dort werde ich zwei Nächte bleiben (ist eine Busfahrt von ca. 6 Stunden). Dann gehts weiter nach Vilcabambe, wo ich vier Nächte in einem super schönen Spa Ressort bleiben werde und einfach mal die Seele baumeln lassen werde. Das brauche ich jetzt dringend nach diesen vier Wochen Schule und darauf freue ich mich ganz besonders. Wie es dann weitergehen wird, verrate ich jetzt noch nicht, ich muss ja noch ein bisschen Spannung halten (und ich weiss es ehrlich gesagt auch noch nicht wirklich definitiv).

Ich freu mich jetzt wirklich auf meine Reise und glaub, dass das richtig toll wird. Ein kleines bisschen traurig bin ich aber schon, Cuenca, die Familie und die Mitstudenten zu verlassen, denn Cuenca ist halt schon eine total schoene Stadt. Und die werde ich morgen noch ein letztes mal so richtig geniessen. Nachfolgend noch ein paar Stimmungsbilder aus Cuenca:




Prozession am viernes santa


Die Altstadt von Cuenca liegt etwas erhöht, weshalb die Häuser zum Fluss Tomebamba hin stark abfallen.






Marktszenen am viernes santa.




Im nahegelegenen Parque paraiso laesste es sich herrlich ausspannen. Der Park ist riesig und wunderschoen zwischen zwei Fluessen gelegen. Mit viel Grün, viel Wasser und wunderschönen Bäumen und Pflanzen.


So, dann mache ich für heute mal wieder Schluss. Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Osterfest. Ich hoffe, dass ihr alle eure Osternester findet und haltet doch auch noch eins für mich zurück.

Un abrazo por todos
Mike








Sonntag, 24. März 2013

Parque Nacional Cajas

ola chicos, que tal?

Nun habe ich bereits meine dritte Woche hier in Cuena hintermir. Kommt mir irgendwie noch gar nicht so vor, dass ich laut meiner Kamera schon meinen 23. Tag hier in Ecuador bin (meine Kamera kann nämlich noch viel mehr als nur Bilder machen - das ist eine ganz schlaue...). Heute in einer Woche heisst es also schon das erste Mal Abschied nehmen - von der Familie, der Schule und den Mitstudenten. Es haben sich zwar wehrend dieser Zeit noch keine enge Kontakte ergeben, dafür war die Zeit zu kurz, aber ich werde schon einiges hier vermissen. Aber daran will ich jetzt noch gar nicht denken.

Gestern war hier einiges los. Am Morgen hatte unsere Kleinklasse den ersten Test. Eigentlich ging es ganz gut, ich musste aber den Tag zuvor nochmals recht hinter die Grammatik. Die ist echt nicht ohne. Nach diesem Test fanden unsere Lehrer dann, dass wir eine kleine Pause verdient hatten, und luden uns anstelle des Unterrichts in ein Cafe ein. Dort gab es dann endlich wiedermal einen richtigen Kaffee für mich, nicht nur immer diesen instant Kaffee. Es war ganz lustig, die Lehrerinnen zeigten sich auch mal von einer anderen Seite. Wenn nur mein Spanisch ein bisschen besser wäre, dann könnte ich mich viel lockerer unterhalten. Es ist für mich immer noch anstrengend, die richtigen Worte zu finden. Aber das kommt dann schon noch.
Am Abend stand uns dann eine Eroeffnungsparty bevor, zu der die gesammte Schule eingeladen war. Ein paar Schweizer, welche ebenfalls einmal in dieser Schule spanisch gelernt haben, haben gemeinsam ein Hostel renoviert und ausgebaut. Zur Eröffnung gab es nun ein kleines Fest. Das Fest war dann aber leider nicht so der Hammer, alleine auf unsere Getraenke mussten wir eine Stunde warten. Das war nicht so lustig, weshalb wir dann um ca. halb elf weiterzogen. Auf Empfehlung fanden wir einen kleinen Club, wo es Livemusik aus den 80ern gab. Das war wirklich der Hammer! Ich habe mich bis um zwei Uhr früh mal wieder so richtig amusiert.

Heute morgen hiess es dann aber früh aufstehen (hab leider nur gerade 4 Stunden Schlaf bekommen), denn mein letzter Schulausflug führte mich heute in den nahegelegenen Nationalpark Cajas. Cajas ist ein riesiges Naturschutzgebiet gleich ausserhalb von Cuenca. In dieser hoch gelegenen Anden-Graslandschaft finden sich Hunderte kalter Seen, welche in der rauen Landschaft wie Juwelen funkeln. Diese Seen sind dann auch der Grund, dass sich Cuenca in Ecuador zu der Stadt mit der besten Wasserqualität nennen kann. Trinken ab dem Wasserhahn ist hier deshalb überhaupt kein Problem.
Mit dem Kleinbus ging es dann zusammen mit einer jungen Führerin um 8 Uhr los Richtung Park. Die Fahrt dauerte nur gerade knapp eine Stunde, man merkte aber schnell, wie es immer kuehler wurde. Der Park ist sehr hoch gelegen, der hoechst Punkt, den wir während unseres Ausfluges erreicht haben, war 4250 m.u.M. - den bisher höchsten Punkt, an dem ich je in meinem Leben war. Die etwa 3-stuendige Wanderung, welche wir anschliessend unternahmen, befand sich dann immer etwa im Bereich von knapp unter 4000 m. Ihr denkt vielleicht, 3 Stunden ist ja nichts, aber in dieser Hoehe ist das gar nicht so einfach. Schon nach kurzer Zeit haemmert einem das Herz und am Anfang kriegt man manchmal kaum Luft, da die Luft hier oben natuerlich viel duenner ist. Mit der Zeit gewoehnt man sich aber daran und dann kann man einfach nur noch ueber die herrliche Umgebung, in der man sich befindet, stauen.


Start unserer Wanderung: der Weg war anfangs nur sehr gut ausgebaut. Spaeter ging es dann mitten durch die unberuehrte Natur. Da war man froh um einen guten Guide.






Besonders bedeutend sind die kleinen Waelder aus Polyepis-Baeumen, welche in bedeutend groesseren Hoehen gedeihen, als die meisten anderen Baumarten. Ihre Rind laesst sich wie Papier schaelen, so duenn, dass sie fast transparent scheinen. Zuweilen kommt fuehlt man sich wie in einem Maerchenwald.


Wir hatten sehr viel Glueck mit dem Wetter und uns einen super Tag ausgesucht. Normalerweise liegt die Temperatur in dieser Hoehe etwa bei 5 Grad, was mit dem zusaetzlichen Wind natuerlich als empfindlich kalt empfunden wird. Man nimmt an, dass der Name Cajas vom Kichwa-Wort caxas abstammt, was Kaelte bedeutet. Deshalb ist es auch gefaehrlich, wenn man sich hieroben verirrt. Da uns der Tag aber mit viel Sonnenschein erwartetet, war die Temperatur sehr angenehm zum Wandern. Aber warme Kleider und gutes Schuhwerk waren schon wichtig (einen Rat, den leider nicht alle befolgten).

Die Wanderung fuehrte uns dann an unzaehligen Seen, sprudelnden Quellen, gruenen Huegeln, und steilen Felsklippen vorbei, durch maerchenhafte Waelder und moorigen Sumpfgebiete. Unterwegs trafen wir gerade mal einen einzigen anderen Menschen, ansonsten war alles ruhig und friedlich.
Das Panorame war einfach umwerfend schoen








Um ca. 1 Uhr trafen wir dann wieder auf unseren Kleinbus, welcher uns wieder nach Cuenca zurueck brachte - muede, aber mit vielen unglaublich schoenen Bildern und Eindruecken im Kopf.

Liebe Gruesse aus einem landschaftlich wirklich ueberwaeltigenden Ecuador.

Chao chicos. Hasta pronto
Mike

Dienstag, 19. März 2013

El nariz del Diablo - Teil 2

Buenos diaz chicos

Es regnet. Ja, auch das gibt es in Cuenca. Als ich am Mittag von der Schule nach Hause ging, war noch eitler Sonnenschein und jetzt regnet es aus Kuebeln. Aber ich kann mich wirklich nicht beklagen, denn bisher hat es hier wirklich nur ganz selten geregnet. Und wenn, dann immer nur kurz... und nach einer Stunde kann durchaus wieder die Sonne hervorkommen. Daran muss man sich hier gewoehnen. Also kann ich mir ohne schlechtes Gewissen ein wenig Zeit für den zweiten Teil der Story ueber den nariz del diablo nehmen.

Also, wo war ich stehen geblieben. ah ja, kurz vor der Zugfahrt ueber die <Nase des Teufels>. Vielleicht zuvor noch ein bisschen Geschichte. Um die vergangene Jahrhundertwende wurde eine beruehmte Bahnstrecke, die Ferrocarril Transandio erreichtet, um die beiden groessten Staedte Ecuadors, Quito und Guayaquil zu verbinden. Sie war die wirtschaftliche Lebensader fùer den Gueteraustausch zwischen der Kueste (Guayaquil) und dem Hochland (Quito) und zugleich eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Aber diese Tage sind leider vorbei, der Aufstieg der Autoindustrie und Naturkatastrophen sorgten fuer den Niedergang der ecuadorianischen Eisenbahn. Nur noch ein paar kurze Teilstrecken sind noch in Betrieb, welche heute hauptsaechlich von Touristen genutzt wird. Die bekannteste und aufregenste davon ist jene von Alausi nach Sibambe, welche die Nariz del Diablo hinunterfuert, eine 765m  hohe Felsrippe. Um diese Hoehe in moeglichst wenigen Fahrmetern ueberwinden zu koennen, erdachten sich die Ingenieure ein schlaues Verfahren. In den Berghang wurde eine Zickzackroute eingekerbt. Der Zug zuckelt ein Stueck nach Norden, wechselt das Gleis, zuckelt nach Sueden, wechselt wieder das Gleis, und so weiter. Viele Arbeiter verloren damals beim Bau in der Steilwand ihr Leben.

Soviel zur Geschichte. Da diese Attraktion bei Touristen sehr beliebt ist, muss man unbedingt Plaetze im Voraus reservieren. Normalerweise faehrt der Zug dreimal taeglich. Eine Woche vorher waren nur noch fuer die Sonntags-Fahrt um 15 Uhr erhaeltlich. Das Sekretariat in der Schule half uns beim Buchen. Nach einem sehr guten mexikanischen Mittagessen in einem kleinen, aber netten Restaurant, machten wir uns auf den Weg, die restlichen Sprachstudenten, welche erst am Sonntag anreisten, zu treffen. Insgesamt waren wir 7 Studenten. Zum Glueck hat bei der Buchung alles geklappt und so konnten wir schon bald unsere Tickets entgegennehmen (25 Dollar fuer eine 2,5 stuendige Fahrt, das ist sehr teuer fuer Ecuador). Kurz vor drei Uhr begaben wir uns dann zum Bahnhof. Ich muss sagen, dass ich schon sehr enttaeuscht war, als da ein supermoderner Zug stand. Ich hab da Geschichten gelesen von alten, antiken Bahnwagons, wo man noch in der frischen Luft auf dem Dach sitzen kann. Leider wurden die Wagons vor ende letzten Jahres durch neue, sehr bequeme ersetzt. Ich fand das mega schade, denn dabei ging das ganze nostalgische Feeling verloren. Das einzige, was diese Wagons von denen in der Schweiz unterscheidet war, dass keine festen Sitzbaenke, sondern lose Stuehle aufgestellt wurden. Nun, dann halt modern, was solls. Wir setzten uns also auf die nummerierten Stuehle und los ging die Fahrt.

Ehrlich gesagt, war ich doch recht enttauscht von der ganzen Fahrt. Die Aussicht ist zwar schoen (wenn man auf der richtigen Seite sitzt) aber die Aussicht aus dem Bus auf der Hinfahrt konnte sie auf keinen Fall toppen. Und alles war sehr sehr touristisch. Klar ist die Lage der Schienen und die Kehrtwendungen einzigartig, aber so richtig aus den Socken hats mich jetzt nicht gehauen. nach ca. 45 Minuten waren wir im Tal angelangt, wo es dann wirklich kitschig wurde. Da erwarteten uns Taenzer in traditionellen Kleidern, welche uns eine kostprobe ihrer Tradition zeigten - die Musik dazu war dann aber doch recht modern. Zudem konnte man reiten, sich mit einem Lama fotografieren lassen und im nahegelegenen Kaffee gabs dann einen Lunch im Stile einer Massenabfertigung - alles uebelst uebertrieben. So kam es mir wenigstens vor. Ein Museum und ein Kunstmark rundeten das Ganze noch ab. Nichts von Nostalgie. Nur Kitsch pur.







Die Bahn ueber den Nariz del Diablo wurde total erneuert und modernisiert. Schade fuer alle Nostalgiefans.
Die Aussicht war nicht so prickelnd. Ein Fahrt mit dem Autobus ziehe ich jederzeit vor. Viel billiger und ein wirkliches Erlebnis.




Nariz del Diablo heisst auf deutsch Nase des Teufels. Ist aber ein rechter Zinken, he...


Ja, die Blumen, die waren schoen.


Ich war dann wirklich froh, als wir wieder nach Alausi fuhren. Klar, ich habs jetzt mal gesehen, aber wirklich empfehlen wuerde ich das keinem. Die Hinfahrt und das Dorf Alausi mit den Sonntagsmaerkten ja, auf jeden Fall. Aber die Bahnfahrt, auf die haette ich wirklich verzichten koennen (und das war nicht nur meine Meinung - Chris. Ich wuerde mir das nochmals ueberlegen).
Ach ja, was ich noch vergessen habe, zu erwaehnen, ist, dass der letzte Bus nach Cuenca um halbsechs abfuhr - just genau zu der Zeit, als unser Zug wieder in Alausi ankam. Uns blieb also nichts weiteres uebrig, als schnellstens ein Taxi zu nehmen und welches uns dann in einer Horrorfahrt an einer Bushaltestelle irgendwo an der Hauptstrasse absetzte - in der Hoffnung, dass dann irgendwann doch noch ein Bus nach Cuenca vorbeikommt (dies sei alle halbe Stunde der Fall, hat man uns gesagt). Wir wurden um kurz vor fuenf abgesetzt, um halb sieben war immer noch kein Bus vorbeigekommen und es hat auch noch angefangen zu regnen. So langsam rechneten wir damit, das wir uns wohl doch ein Tax fuer die vierstuendige Fahrt nehmen muessen, als dann doch noch ein Bus kam und uns mittnahm. Wir waren unheimlich erleichtert, denn so langsam wurden wir muede.
Auf der Rueckfahrt schliefen dann alle fast sofort ein, nur ich hatte mich neben eine Ecuadorianerin gesetzt, mit der ich mich fast die ganze Fahrt ueber unterhielt. Sie war wirklich sehr nett und wurde trotz meinen immer noch minimalen Sprachkenntnissen der Konversation nicht muede. Fuer mich war das natuerlich optimal, denn so lernt es sich am leichtesten. Und interessant war das Gespraech auch noch. Das hat mir grad wieder einen Motivationsanstoss gegeben, denn die letzte Zeit war ich doch ab und an etwas frustriert bezueglich meiner Sprachvortschritte. Und zudem ist das doch ein gutes Zeichen fuer meine Reise in zwei Wochen - irgendwie geht es naemlich schon. Man muss nur die richtige Person finden.
Um halb elf nachts sind wir dann schliesslich wieder in Cuenca angekommen. Alle waren muede und wollten nur noch moeglichst schnell nach Hause. Fuer mich gab es aber noch eine letzte Uebung fuer diesen Tag. Ich habe ja bereits erzaehlt, dass vor dem Haus meiner ecaudorianischen Familie der Park umgebaut wird und deshalb eine riesige Baustelle herscht, welche natuerlich eingezaeunt ist. Dumm ist nur, dass sich das Haus selbst in dieser Einzaeunung befindet. Und die Einzaeunung wird um zehn abgeschloss. wer dann noch draussen ist, muss entweder den Nachwaechter anrufen, oder draussen bleiben. Ich wusste das natuerlich, hab aber nicht damit gerechnet, erst um halbzwoelf beim Haus anzukommen. Monika wollte ich natuerlich nicht mehr aus dem Bett holen, da die Kids am naechsten morgen ja wieder in die Schule mussten ( ich uebrigens auch). Mein Glueck war es, dass es in Cuenca zuvor richtig gestuermt hatte und dadurch die Bretterumzaeunung an einer Stelle etwas defekt war. Ich konnte gerade mal noch so durchschluepfen. Ha, ausgetrickst! Ich war erleichtert, dann nach einem derart ereignisreichen Wochenende sehnt man sich dann doch auf sein Bett.

Am naechsten Tag war ich dann echt muede. In der Schule ging dann fast gar nichts mehr. Aber zum Glueck waren Sara und Timo, meine Mitschueler, ja auch nicht in besserer Verfassung, denn sie waren ja auch mit dabei. Fazit aus meinem letzten Ausflug: nicht alles, was im LonleyPlanet als hervorragend angepriesen wird, muss auch so sein. Die Fahrt nach Alausi hat sich auf jeden Fall gelohnt (alleine schon das Huhn hinter mir war zum gackern). Der Nariz del Diablo ist aus meiner Sicht nur etwas fuer Gringos, die mit moeglichst wenig eigenem Aufwand moeglichst viele Fotos zu Hause zeigen moechten um damit anzugeben, in was fuer gefaehrliche Situationen sie sich begeben haben. Muss echt nicht sein.

So, jetzt hats auch wieder aufgehoert zu regnen. Muss jetzt noch ein wenig Hausaufgaben machen und um halb sieben treffen wir uns wieder in der Schule zum suedamerikanischen Filmabend. Und morgen heisst es dann wieder Salsatanzen! ;-) Que chevere!

chao y un abrazo para todos.
Mike

PS: diese Texte sollen ja, wie mir zu Ohren gekommen ist, auch mal ab und zu als Gutenachtgeschichte dienen. In diesem Sinne, gute Nacht Jael. Schlaf gut und träume schön. Dein Goetti.


Alausi und Nariz del Diablo - Teil 1

buenos dias

Heute ist Montag und finde wiedermal ein wenig Zeit, meinen Reiseblog ein wenig weiterzufuehren. Unterdessen bin schon zwei Wochen hier in Cuenca. Unglaublich, irgendwie vergeht die Zeit wie im Flug. Eigentlich finde ich mich schon recht gut zurecht hier. Man gewoehnt sich schnell an das Leben in dieser Stadt. War es am Anfang noch ein Abenteuer, ueber die dichtbefahrenen Strassen zu gehen, so ignoriert man heute schon ganz selbstverstaendlich das ewige Hupen der Autos und macht das schon fast wie ein Einheimischer. Auch die oftmals kalte Dusche am Morgen ist schon fast akzeptiert, man braucht dafuer nicht so lange im Bad. Und das Auf- und Abschliessen der vielen Sicherheitsschloesser ums Haus herum sind schon ganz selbstverstaendlich.
Meine Spanischkenntnisse haben noch nicht den Stand erreicht, den ich mir eigentlich wuensche, aber es ist wirklich nicht so leicht und ich tu mein Bestes. Erstens bin ich ja nicht nur hierhergekommen um zu lernen und zweitens habe ich ja erst Halbzeit hier in Cuenca. Es kann also alles noch werden. Ich werd mir weiterhin Muehe geben.

Letztes Wochenende war mein zweites hier in Cuenca und zugleich auch mein zweiter Ausflug in die Umgebung. Da diesmal kein Ausflug von der Schule stattfand, haben ein paar Studenten einen Ausflug nach Alausi inklusive Bahnfahrt zum Nariz del Diablo vorgeschlagen. Timo aus meiner Klasse schlug vor, doch schon am Samstag nach Alausi zu fahren und dort zu uebernachten, damit wir genug Zeit hatten, bis zur abenteuerlichen Bahnfahrt am Sonntag noch ein bisschen die Umgebung zu erkunden. Das fand ich ein toller Vorschlag.
Ich machte mich also am Samstag kurz nach elf auf den Weg zum Terminal Terrestre. Dazu hielt ich ein Taxi an, da ich gleich in der Nähe des Fussballstadions wohne, ist das überhaupt kein Problem. Kurz mal an die Strasse stellen und ein bisschen Winken und schon sitzt man drin und das alles fuer 2 Dollar.
Am Busbahnhof angekommen, musste ich feststellen, dass es da nicht etwa einen allgemeinen Fahrplan gibt, wo draufsteht, wann welcher Bus wohin faehrt. Vielmehr fuehren dort die verschiedenen Busgesellschaften eine Verkaufsstelle, welche verschiedene Fahrten anbieten. Da gibt es dann natuerlich auch diverse Verkaeufer, die lauthals ihre Fahrten anbieten, jeder ist natuerlich der guenstigste, schnellste und hat die neusten Busse. Da wir das nicht wussten, haben wir nicht gross verglichen und einfach das erstbeste Angebot genommen - und natuerlich gleich einen Dollar zuviel bezahlt. Pobres gringos. Dafuer bekamen wir aber ein gratis Wasser zur Fahrt dazu und he, 6 Doller fuer eine vierstuendige Fahrt, da kann man nun wirklich nichts sagen. Ok, bei der Drehtuer zum Bus mussten wir dann nochmals 10 Cents zahlen...
Ok, der Bus war dann doch nicht soooo neu. Aber er war ganz ok und recht bequem. Sogar die Sitze konnte man nach hinten klappen - auf dem Flug hierher wars auch nicht besser. Der Bus war erst etwa zur haelfte voll, weshalb wir noch genuegend leere Sitze vorfanden. Hier ist es ueblich, dass jedesmal, wenn der Bus lange haelt, Verkaeufer zusteigen, um ihre Ware zu verkaufen. Das kann zuweilen ganz lustig sein, da wird vom Eis ueber Fruechte bis zur Zahnbuerste einfach alles verkauft. Und die Leute kaufen hier erstaunlich viel.
Die Fahrt war recht kurzweilig und angenehm und fuehrte uns auf dem zum Teil gleichen Weg wie eine Woche zuvor nach Incapirca hoch in die Berge. Da der Bus noch nicht voll war, ist es ueblich, dass unterwegs immer mal wieder Personen auf- und ausgeladen werden. Dies ist vorallem in den abgelegen Orten in den Bergen wichtig. Wenn der Bus immer noch nicht gefuellt ist, wird dann auch mal in groesseren Orten lautstark um Passagiere geworben - sehr zum Leidwesen der Passagiere im Bus, welche noch weit fahren muessen und immer mal wieder an die Fenster klopfen und dem Chauffeur damit zu verstehen geben, man solle doch endlich weiterfahren damit auch mal in Quito ankommt. Eine solche Busfahrt ist alleine wirklich schon ein Erlebnis fuer sich. Da sitzen wirklich alle Arten von Leute ganz nahe zusammen, alte Leute, indogene Frauen mit ihren Babys auf dem Ruecken, Kinder, Geschäftsleute und, man stelle sich vor, hinter mir hat sogar ein Hahn gekraeht, und das nicht etwa in einem Kaefig, sondern frei! Ich fand das irgendwie sehr schoen, da werden ueberhaupt keine Unterschiede gemacht, alle werden gleich behandelt.
Die Aussicht auf die umliegenden Berge war gigantisch und atemberaubend. Ueberall steile Haenge und gruene Berge, derren Gipfel meist in Nebel gehuellt waren. Dazu viele Kuehe und Lamas. ich habe die Fahrt einfach nur genossen.
Die knapp vierstuendige Fahrt verging wie im Fluge. Und so kamen wir kurz vor fuenf in Alausi an. Alausi ist ein huebsches kleines Staedtchen von Bergen umgeben. Hier scheint alles sehr sehr ruhig zu sein, verlaufen kann man sich hier eigentlich nicht und so fanden wir auch schnell unser Hotel, wo wir schon unsere Zimmer fuer 15 Dollar gebucht haben. Der Empfang war ein bisschen sehr kuehl, irgendwie hatte ich das Gefuehl, dass uns einfach mal ein paar Zimmer zugeteilt wurden. Es gab zwar einen Schluessel zum Zimmer, schliessen liessen sich die Tueren aber nicht. Aber egal, sie waren sauber, hell und recht gross. Und sehr laut.
Nach dem Abendessen fuehlten Sara und ich uns ploetzlich nicht mehr wohl, der Magen rumorte unheimlich und - na ja, ihr koennt euch dann ja vorstellen, was das hiess. Das passiert halt jedem mal irgendwann. Und so verbrachten wir den Rest des abends mehr oder weniger auf unseren Zimmern. Viel war sowieso nicht los und in der Nacht begann es dann auch noch zu regnen. Also lieber frueh ins Bett.
Am naechsten Morgen wurde ich durch einen riesen Krach im Hotel geweckt. Ich weiss nicht, aber Ecuadorianer koennen einfach nicht leise sein. Geweckt wird, indem man an die Tuerpoltert, damit auch ja alle anderen Gaeste um fuenf aufwachen. Na egal, ich fuehlte mich wieder besser und hatte hunger. Und gerade unter meinem Fenster gab es ein Panaderia mit herrlichem Duft. Und uns wurde ja eine warme Dusche versproch, also raus aus den Federn und unter die Dusche. Ja, ein Warmwasserregler war ja tatsaechlich vorhanden, aber Wasser kam natuerlich keins. Also wieder eine kalte Dusche (seufz!)
Dafuer war die Baeckerei dann super. Super frisches Brot und das regalweise. Da lohnt sich fruehes Aufstehen.
Ich begab mich zum Marktplatz und da wurde bereits ein wunderschoener Sonntagsmarkt aufgebaut. Es lohnt sich wirklich, dafuer frueh aufzustehen um dabeizusein, wenn sich der Markt fuellt. Danach ging ich noch rauf zum Heiligen Petrus, dem Wahrzeichen von Alausi, in Wirklichkeit aber eine schaeusliche Statue. Dafuer aber ein wunderschoener Aussichtspunkt, vorallem wenn just in dem Moment die Sonne aufgeht.



Sonntagsmarkt in Alausi bei aufgehender Sonne




Auf dem Weg zum Mirador: Stimmungsbilder von Alausi


Der Aussichtspunkt bot ein atemberaubendes Panorama.
 Danach begab ich mich wieder zum Hotel wo ich gemeinsam mit Sara und Timo ein Morgenessen einnahm, natuerlich wieder mal Nescafe Instant, what else. Nach dem Regen in der Nacht war der Morgen wirklich wunderschoen frisch aber sonnig, genau die richtige Veraussetzung, um die Maerkte zu erkunden. Neben dem Fruechte und Gemuese-Markt gab es etwas entfernt noch einen Viehmarkt und gegen Mittag auch noch einen normalen Markt, wo alles angeboten wurde. Es hat sich wirklich gelohnt, einen Tag zuvor hierherzukommen. Die Stadt, welche am Samstag noch schlief, war ploetzlich auf den Bein. Fuer mich war dies das eigentlich Highlight dieses Wochenende.








So, das wars dann fuer heute. Morgen werde ich dann den zweiten Teil zu meinem Wochenend-Ausflug zum Nariz del Diablo schreiben, was dann vorallem Chris interessieren wird. In diesem Sinne ein Gruss an Chris. Sorry, haben uns leider am letzten Abend verpasst. Ich wuensch dir alles Gute auf deiner Reise.

Chao, Mike