Mittwoch, 22. Mai 2013

Valle Sagrado y Machu Picchu

Hola familia y hola amigos

Nun bin ich bereits drei Wochen in Cusco und habe bereits wieder drei Schulwochen hinter mir. Ich bin froh, wenn die Schule Ende nächster Woche endet, denn mit all den verschiedenen Zeitformen (preterito indefinido, preterito imperfecto, condisional, etc.) habe ich echt so meine Mühe. Manchmal hab ich das Gefühl, dass ich im Moment schlechter spreche als noch vor der Schule hier in Cusco. Weil ich unter der Woche kaum dazu komme, nutze ich die Wochenende voll aus, um die Umgebung etwas zu erkunden. Dieses Wochenende stand mir bereits eines der Highlights hier in Peru bevor; der Besuch von Machu Picchu. Darauf habe ich mich schon lange gefreut.

Machu Picchu lässt sich auf verschiedene Weisen besuchen. Natürlich gibt es da den viertägigen Inkatrek. Da dieser aber vor allem in der Hauptsaison auf Monate hinaus ausgebucht ist, gibt es diverse mehrtägige Alternativ-Routen. Dann besteht aber auch die Möglichkeit, von Cusco aus mit Bus und später Zug nach Aguas Calientes zu fahren, welches unmittelbar bei Machu Picchu liegt. Von dort fährt dann direkt ein Bus zum Eingang der archäologischen Stätte. Ich habe die letzte Variante gewählt, das ganze mit einer Valle Sagrado Tour kombiniert und auf zwei Tage aufgestockt. Das ganze habe ich als komplettes Package bei einer Reiseagentur in Cusco gebucht.

Valle Sagrado: Pisac und Ollantaytambo
Um kurz vor neun Uhr ging es mit einem Bus mit zirka 20 anderen Touristen in Richtung Pisac, wo sich bedeutende Ruinen der Inkas sowie ein grosser Kunstmarkt befinden. Bereits von weitem waren die typischen Terrassen zu sehen, welche überall an den Berghängen entlang liegen. Laut heutigen Hochrechnungen konnten die Inkas damit ihren Nahrungsbedarf auf ganze fünf Jahre hinaus sicherstellen. Nur am Rande erwähnt, Inka wurde eigentlich nur der jeweilige Herrscher genannt, das Volk wurde genaugenommen Ketwa genannt, so wie die Sprache, die noch heute hier in der Sierra nebst Spanisch gesprochen wird.

Die Ruinen von Pisac sind gewaltig und auf einer grossen Fläche verteilt, was viel zeit zur Besichtigung benötigt. Leider  hatten wir gerade mal eine halbe Stunde Zeit, was sehr endtäuschend war. Danach ging's noch schnell durch den Markt und bereits weiter zum Mittagessen.

Zweite Station am Nachmittag war Ollantaytambo, ein wunderschönes kleines Dörfchen am Ende des Valle Sagrado. Dies ist eines der wenigen Dörfern, wo tatsächlich noch in den alten herkömmlichen Inkabauten gewohnt wird, selbst das wasserleitungssystem der Inka funktioniert hier noch und wird noch genutzt. Diese Ruinen bestanden vor allem aus riesigen Terrassen.
Hier verliess ich dann meine Reisegruppe, welche wieder zurück nach Cusco fuhr. Ich aber nahm um sieben den Zug nach Aguas Calientes, wo ich die Nacht verbringen sollte.

Die Zugfahrt war recht holprig, und da es bereits dunkel war nicht sehr spektakulär. Das Hotel machte dem Namen des Ortes auch keine Ehre, denn die Dusche war alles andere als caliente (warm). Hoffentlich kein Vorgeschmack auf die bevorstehende Peru-Reise... Aber ich hatte ja eh nicht vor, hier lange zu schlafen denn ich wollte am nächsten morgen einen der ersten Busse nach Machu Picchu nehmen und habe mein Frühstück auf fünf Uhr früh bestellt.

Am nächsten Tag wachte ich auf und hoerte, dass es draussen regenete. Ich war frustriert... und dass um fünf Uhr im Hotel noch alles dunkel war - kein Frühstück weit und breit - machte meine Laune auch nicht besser. Als dann etwas später eine total verschlafene Besitzerin erschien musste ich etwas Dampf machen, denn sie hat mich am Tag zuvor extra noch gefragt wann ich Frühstück haben möchte. Aber das ist halt Peru. Waehrend meinem sehr spaerlichen Fruehstueck hoerte es gluecklicherweise auch auf zu regnen. Ich kam dann ein bisschen später als gewünscht zur Bushaltestelle und zum Glück war die Schlange nicht all zu lange. Die Morgendämmerung setzte langsam ein, es begann bereits zu trocknen und die kurvenreiche Fahrt nach Machu Picchu war atemberaubend. Immer wieder erhaschte man durch die abgelaufenen Fenster Blicke auf eine nebelverhangene Berglandschaft. Vor dem Eingang heisses nochmals ein bisschen schlangestehen aber nicht lange. Und dann endlich, es war noch nicht ganz hell führte ein verschlungener Pfad zu der Ausgrabungsstätte.

Mein erstes Bild von Machu Picchu: durch den vorherigen Regen war die Stimmung noch mystischer.

Der erste Blick ist einfach unbeschreiblich. Die Ruinen waren teilweise noch etwas im Nebel, die typischen Runden Berge um die Ruinen herum noch wolkenverhangen und noch lag alles in friedlicher Ruhe, da noch nicht viele Touristen störten. Dies ist wahrlich ein Ort purer mystischer Schönheit, welche einem den Atem raubt. Das ist nicht zu beschreiben das muss man selbst fühlen.



Meine geführte Tour fand erst um halb zwölf statt und ich machte mich um kurz vor sieben auf zur Besteigung des montaña Machu Picchu, einer der beiden Berge welche man hier besteigen kann. Zwar ist dies der weniger berühmte Berg - die meisten wählen den Huaynapicchu - ist aber weniger touristisch. Und der Aufstieg war sehr, sehr streng. Stufe um Stufe um Stufe ging es immer weiter aufwärts - alles Stufen... Aber die Aussicht von oben lohnte den Aufwand, wenn es auch sehr kalt und windig war. Ich war der dritte, der oben ankam und genoss den Ausblick auf Berge und die alte Inkastadt.


Stufe um Stufe ging es aufwaerts:
Die Strapazen haben sich gelohnt: schoener Blick auf die Inkastadt.


Der Abstieg ging dann etwas ringer und man musste den keuchenden Entgegenkommenden Aufsteigern immer wieder mut machen, dass es nicht mehr weit ist. Unten angekommen besichtigte ich noch die alte Inkabrücke, welche aber nicht mehr begehbar ist. Ist auch besser so. Unterdessen wimmelte es bereits von Touristen und ich begab mich zum Ausgang, wo ich auf meinen tourguide watete.

Die alte Inkabrueck war frueher die Verbundung zu einem der vielen Inkapfade, welche nach Machu Picchu fuehrten. Heute darf die Bruecke nicht mehr benutzt werden, was fuer nicht Schwindelfreie sicher nicht schlecht ist.




Die Tour selbst dauerte fast drei Stunden und fand in einer Gruppe von sieben Personen statt, was Ideal war. Zufrieden aber müde begab ich mich um ca. Drei Uhr wieder per Bus nach Aguas Calientes wo ich den Zug zurück nach Cusco nahm. Im Zug lernte ich dann eine Kolumbianerin, eine Kanadierin und einen Australier kennen und zusammen spielten wir Karten bis wir auf einen Bus umsteigen mussten, da die zugstrecke unterbrochen war. Im Bus setzte ich mich neben die Kolumbianerin und wir redeten bis Cuzco, natürlich auf Spanisch! Ist schon praktisch wenn man die Sprache ein wenig beherrscht.

Um neun kam ich dann müde aber unheimlich zufrieden bei meiner Gastfamilie an und ging nach einem späten Nachtessen bald zu Bett. Am naechsten Tag fuehlte ich mich nicht so gut. Ich schob das auf das lange Wochenende und den Aufstieg auf den Berg und ging trotzdem zur Schule. Am Abend gings dann aber nicht mehr und am naechsten Tag lag ich mit ueber 39 Grad Fieber im Bett. Da es momentan am Morgen sehr kalt ist und zudem tagsueber verhaeltnismaessig viel regnet - was fuer Cusco nicht normal ist - wird es nie richtig war und so ohne Heizung muss man sich sehr warm anziehen. Eine Erkaeltung oder kleine Grippe holt man sich hier sehr schnell. Gluecklicherweise hatte ich Tatiana, meine Gastmutter, um mich herum, welche mich mit viel Fuersorge schnell wieder auf die Beine brachte. Mir geht es wieder gut, ein Schnupfen ist aber geblieben.

Chao mis amigos, hasta pronto al Lago Titicaca.

Mike

Mittwoch, 15. Mai 2013

mi vida en cuzco

Hola amigos

Ich bin jetzt bereits zwei Wochen am "Nabel der Welt", dies bedeutet naemlich der Name Cuzco in Quechua. Und diese Stadt hatte diesen Namen wirklich verdient, denn hier kann man die Spuren der alten Inkas an jeder Ecke entdecken. Obwohl auch hier die Zeit nicht still steht, kann man sich sehr gut vorstellen, wie es früher zu der Zeit der alten Inkas hier wohl ausgesehen haben mag.

Mein Alltag hier in Cuzco sieht etwa so aus: meist stehe ich um halb sieben auf, um den Schulstoff des vergangenen Tages nochmals zu repetieren. Um acht gibt es dann im Innenhof des Hauses unter freiem Himmel Frühstück mit meiner Gastmutter Tatiana. Dies kann zuweilen recht kühl werden, da hier die Temperaturen am Morgen ohne Sonne doch recht tief fallen können. Und es wird jeden Tag noch kälter. Im Juni und Juli, den kältesten Monaten, können die Temperaturen in dieser Höhe dann fast auf den Gefrierpunkt sinken. Beim Frühstück wird meist viel geredet und dabei vergesse ich oft total die Zeit und bin meist zu spät dran. Für den Weg in die Schule brauche ich etwa 30 Minuten da es aber stetig bergauf geht, nehme ich mir ein Taxi. Die sind hier unheimlich billig. Für die Fahrt zahlt man meist 3 Soles, egal wohin, das sind ungefähr 1 Franken. Es gäbe zwar auch einen Bus, aber der ist immer unglaublich vollgestopft, das tu ich mir nicht an. Taxis gibt es hier wie Sand am Meer. Eigentlich ist fast jedes Auto ein Taxi und man braucht nicht mal die Hand auszustrecken, schon haellt eines an.

Mein Ziel ist Limacpampa chico. Bis ich das sagen konnte, musste ich recht üben. Dort steige ich aus, drück dem Fahrer drei Soles in die Hand (gefragt wird nicht mehr, sonst bist du sowieso ein Gringo und wirst ausgenommen) und eile in die Schule. Die Schule besteht aus einem Kaffeeraum mit gratis Kaffee und fünf Unterrichtsräumen. Letzte Woche waren wir vier Schüler in zwei Zweiergruppen. Nicht gerade Hochbetrieb, und das nutzt die Schule grad, um die Wände neu zu streichen. Gelb - wie meine neue Jacke aus Ecuador jetzt auch. Aber selber Schuld! Erst gibt es zwei Lektionen Gramatica dann nach einer Pause mit zwei Pan de Chocolat aus der nahen Bäckerei, zwei Lektionen Conversacion, die ich nicht so mag, denn die sind immer sehr streng und es kommt schon vor, dass ich mal wieder gar nix verstehe.
Um zehn vor eins ist Mittagspause. Diese nutze ich für ein leichtes Mittagessen in der Altstadt, meisst mit den restlichen Studenten. Da es um zwei bereits weiter geht, muss man sich recht beeilen. Trotzdem bin ich meist zu spät, das wird hier aber nicht so ernst genommen. Dann folgen noch zwei Einzellektionen, welche auch recht anstrengend sind, während denen ich aber viel spreche und viel lerne. Um viertel vor vier ist dann Schulschluss und ich ich bin meisst total fertig.

Da ich im Haus meiner Familie nicht viel Platz habe, gehe ich fuer die Hausaufgaben nach der Schule meist in ein Café. Das ist viel gemütlicher, weil es da Kaffee (und zwar echten) und Kuchen gibt und meisst auch gratis wifi. Und man kommt so auch ab und an ins Gespräch mit Einheimischen. Das braucht man ab und zu, denn diese sagen dann einem immer, wie gut man schon Spanisch sprechen kann - Balsam für die schulgeplagte Seele.
Um sechs wird's dann langsam dunkel (ich befinde mich immer noch nahe am Äquator) und ich laufe nach Hause. Um sieben oder auch mal ein bisschen später gibt's Nachtessen und dabei und danach wird oft noch lange geredet. Manchmal ist auch Yuri, mein Gastvater dabei, meisst arbeitet der aber länger. Dann gibt's nochmals ein bisschen Hausaufgaben und um zehn bis meist so müde dass ich schon fast einschlafe.

Ich weiss, das tönt jetzt nicht so spektakulär. Aber unter der Woche bleibt neben dem Lernen nicht so viel Zeit für anderes. Sechs Lektionen am Tag sind nicht ohne. Aber ich muss sagen, dass ich hier fast ausschliesslich Spanisch reden muss und deshalb schneller Fortschritte in der Sprache mache. Mitschüler hatte ich bis anhin nur aus Brasilien, der Slovakei, Holland und England und mit denen rede ich nur im absoluten Notfall englisch und auch bei meiner Gastfamilie wird ganz selten englisch gesprochen. Dies macht aber auch sehr müde und deshalb verlege ich meine Aktivitäten ausserhalb der Schule meisst aufs Wochenende. Dieses nutze ich dann aber voll aus.

In der Umgebung von Cuzco gibt es viele Bauten der Inkas zu bewundern. An meinem ersten Wochenende bin ich nach Maras y Moray gefahren. In Maras benfinden sich salinas, welche bereits lange Zeit vor den Inkas angelegt wurden und heute nach wie vor benutzt werden. An einem Hang sind unzaehlige kleine Felder abgesteckt, in die durch ein ausgekluegeltes Leitungssystem sehr salzhaltiges Wasser geleitet wird. Nach zwei Tagen hat die Sonne dann saemtliches Wasser verdunstet und das so gewonnene Salz kann abgetragen werden. Es ist schon erstaunlich, dass diese Salinas ueber so viele Jahre hinweg immer noch gleich genutzt werden.





Die Salinas von Maras


In Moray befindet sich ein Inkabau, welcher aus lauter angelegten Kreisen besteht. Diese bilden verschieden Hohe Terrassen.  Möglicherweise diente Moray den Inka als Agrarversuchsfeld zum Studium des Einflusses dieser Mikroklimate auf den Pflanzenwuchs, den auf jeder der Terassen herrscht ein anderes Mikroklima.

 


Die kreisfoermig angelegte Inkaanlage von Moray


Waehrend des zweiten Wochenendes habe ich dann eine Citytour gemacht, bei der man fuenf nahe gelegene Inkaruinen besucht. Die Bauten der Inkas sind schon gewaltig und man kann sich nicht vorstellen, wie die Inkas diese Bauten zu jener Zeit bauen konnten.








Naechstes Wochenende werde ich dann ins Heilige Tal fahren und eine Nacht in Aguas Calinetes verbringen. Dieses kleine Dorf liegt ganz nahe an Machu Picchu und bietet mir die Gelegenheit, am Sonntag morgen ganz frueh zur bekanntesten aller Inkaruinen zu fahren, um dort den Sonnenaufgang zu geniessen. Auf diesen Moment freue ich mich schon riesig.

Mehr dazu dann aber naechste Woche.

Viele Gruesse aus dem Inkareich Cuzco.
Mike

Donnerstag, 2. Mai 2013

Bienvenido en Cuzco

Hola mis amigos

Ich bin gut in Peru angekommen. Nach einem angenehmen Flug von Quito ueber Lima bin ich rechtzeitig in Cuzco angekommen. In Lima hat es aber fast noch einen unvorhergesehenen Zwischenfall gegeben. Der Flug nach Cuzco war ueberbucht und man bot mir einen Flug am naechsten Tag an - natuerlich mit bezahlter Unterkunft in Lima und einem Schmerzensgeld. Letztendlich hat es dann aber doch noch geklappt und ich konnte doch noch den gebuchten Flug nehmen. Ich war aber durch den Zwischenfall irre spaet dran und wurde mal wieder ausgerufen. Na ja, ich habs auch diesesmal noch geschafft.

In Cuzco sollte ich dann von jemanden abgeholt und zu meiner neuen Familie gebracht werden. Nur war da leider keiner. Ich wartete und wartete, aber vergebens. Schliesslich nahm ich mir ein Taxi, und wurde von diesem zum ersten mal so richtig uebers Ohr gehauen, denn ich zahlte viel zu viel. Pobre gringo... aber jetzt weiss ich es.
Ich wohne bei einem Paar, welches allgemein Zimmer vermietet. Im Moment bin ich noch alleine, aber das wird sich ab naechster Woche dann aendern. Ich hoffe aber, dass ich mein Einzelzimmer behalten kann, dann das habe ich schliesslich gebucht. Alle anderen Zimmer sind Doppelzimmer. Viel Luxus habe ich hier nicht, weder Einzelbad noch Wifi im Haus, aber Tatiana umsorgt mich wie eine Mutter. Sie spricht sehr viel, manchmal fast zu viel fuer mich, aber sie ist enorm aufgestellt und wir haben viel zu lachen. Wenn man die Sprache halt schon ein wenig sprechen kann, ist eine Integration in eine Familie schon einfacher. Zur Familie gehoeren noch ein Hund, Churro, und zwei Katzen. Ich glaube, hier werde ich es gut haben und sicher mehr lernen, als in Ecuador.

Ich habe auch bereits zwei Schultage hinter mir. Die Schule ist sehr klein und ich bin im Moment einer von drei Studenten  (!). Das hat Vor- und Nachteile. Da ich der einzige in meinem Lernlevel bin, habe ich Einzelunterricht - alle vier Lektionen. Das ist natuerlich sehr streng, denn man muss wirklich vier Stunden nonstopp dabei sein und kann nicht mal eben ein bisschen aus dem Fenster schauen. Aber man profitiert so natuerlich sehr viel vom Lehrer und ich habe bereits in diesen zwei Tagen gute Fortschritte gemacht. Spanisch wird so langsam zur Normalitaet und ich merk manchmal gar nicht, wie gut es bereits geht. Klar, ein Profi bin ich noch nicht, aber ich schlag mich schon recht gut durch und das ohne Hilfe und ohne Englisch.
Leider ist es im Moment schwer, Anschluss zu anderen Studenten zu finden, weil eben gar keine da sind. Deshalb hoffe ich, dass die Anzahl Studenten in der naechsten Woche zu nimmt und ich auch ausserhalb der Schule etwas mit Mitstudenten unternehmen kann. So wie in Cuenca.

Heute war bereits der erste Freitag - 1. Mai wird hier gross gefeiert, mit Parade uns so. War bund und lustig. Ich habe diesen freien Tag genutzt und mir die Stadt ein wenig naeher angesehen. Cuzco ist wirklich der Hammer und uebertrifft alle meine Erwartungen. Es ist wunderschoen, durch die engen, alten Gaesschen zu laufen und in den zahlreichen Artshops auf Schnaeppchenjagt zu gehen. Die Spuren der Inkas sind allgegenwaertig. Ich glaub, diese Stadt toppt alles bisher gesehene, und das ist erst der Anfang.


Buntes treiben an der Parade am Tag der Arbeit.




Sicht auf das Daechermeer von Cuzco.



Verschlungene, malerische Gaesschen im Viertel San Blas. Hier reiht sich Artshop an Artshop... gefaehrlich!



Wie ihr seht, geht es mir gut hier. Im Moment kaempfe ich zwar noch ein bisschen mit der Hoehe  (immerhin 3400 m.ue.M.) was sich durch Muedigkeit und Kopfschmerzen bemerkbar macht, aber ich gewoehne mich langsam daran. Ich denke, dass ich hier eine grossartige Zeit haben werde und dass mein Rucksack nach diesem Monat sicher um eineiges schwerer sein wird, denn hier gibts so viel zu kaufen. Ich muss mich jetzt schon zurueckhalten.

Liebe Gruesse und alles Gute in die Schweiz
Mike

Sonntag, 28. April 2013

Halbzeit: Adios Ecuador

Buenos dias amigos

Meine letzte Stunde hier in Ecuador ist angebrochen. Nach nur drei Stunden Schlaf sitze ich bereits wieder am flughafen in Quito und warte auf meinen Flug, der mich über Lima nach Cusco in ein neues Land bringen wird.

Das bedeutet ein neues Abenteuer mit bestimmt vielen neuen Erfahrungen, aber leider auch Abschied nehmen von einem Land, welches mir sehr gefallen hat und mir sehr ans Herz gewachsen ist. Ich werde hier vieles vermissen, die wunderbare Natur, die schönen Städte und vor allem die Herzlichkeit der Menschen. Mein Abenteuer hier zu starten, war genau die richtige Entscheidung. Que chevere!!!

Chao Ecuador y hasta pronto!
Mike

Von meinem iPhone gesendet

Samstag, 27. April 2013

Die Galapagos-Inseln - Teil 1

Hola mis amigos. Bereits bin ich am Ende meiner zwei Monate hier in Ecuador angelangt und für diese letzten acht Tage habe ich mir etwas ganz aussergewöhnliches und wohl einzigartiges gegönnt: eine Kreuzfahrt auf die Galapagos. Das einzigartige dieser Inseln ist, dass sie mitten im Ozean entstanden sind, und nie Teil des Festlandes waren. Hier leben unzählige endemische (ausschliesslich auf den Galapagos vorkommende) Tier- und Pflanzenarten, welche auf einem Hotspot vulkanischer Aktivität ein ideales und zum grossen Teil unberührtes Leben führen können.

Auf dem Schiff gab es leider keine Internetverbindung, weshalb ich alles schön von Hand in mein Tagebuch geschrieben habe und euch jetzt, nach meiner Rückkehr nach Quito, als Rückblick erzählen werde. Wenn vorhanden, setzt euch in einen Schaukelstuhl, schaukelt ein wenig, dann könnt ihr euch vielleicht noch besser in meine Reise auf die Galapagos einfühlen. Alles klar? Na dann los!


Tag 1: Quito - Baltra Airport / Insel St. Cruz

Nach einer kurzen Nacht in Quito wurde ich bereits um sieben Uhr von einem organisierten Fahrer abgeholt und in einer etwas mehr als stündigen Fahrt zum Flughafen gebracht. Es war ein etwas komisches Gefühl, wieder dorthin gebracht zu werden, wo alles vor sieben Wochen begonnen hat. Etwas entscheidendes hat sich aber geändert - ich konnte mich dieses Mal gut mit dem Fahrer unterhalten. Am Flughafen wurde mir dann bereits schon das vorbereitete Ticket in die Hand gedrückt und da ich nur das nötigste Gepäck mitgenommen hatte und den grossen Rest im Hotel zurückliesse, hatte ich bloss Handgepäck bei mir. Mir ist erst danach eingefallen, dass die Flüssigkeit und mein Taschenmesser ein Problem hätten sein können, was aber nicht der Fall war. In einem etwa dreistündigem Flug, mit Zwischenstopp in Guayaquil ging's dann direkt auf die Galapagos.

War es in Quito noch regnerisch, herrschte hier ein schwül warmes Klima, welches einen gleich schwitzen liess. Nach allen Zahlungen und Abwicklungen aller Formalitäten wurde ich von meinem zukünftigen Guide Galo empfangen. Nebst mir sammelten sich noch 15 weitere Gäste, welche mit mir die nächsten 8 Tage auf dem Schiff Anahi verbringen werden. Mit dem Bus ging's danach direkt zum Hafen und von dort mit zwei Schlauchbooten auf den Katamaran.

Als erstes wurden natürlich die Kabinen bezogen. Die 16 Passagiere bestanden aus 8 Paaren, einer Familie mit drei Kindern und drei Alleinreisenden. Ich teilte meine Kabine mit Larry aus Colorado, einem bereits älteren aber sehr lustigen Herren. Wir hatten es gut zusammen. Zu den Passagieren kam die Besatzung welche aus sieben Personen bestand und unser Guide, welcher uns auf den Exkursionen auf die Inseln begleitete. Dann gab es erst mal Mittagessen. Ich war der einzige nicht englisch sprechende Passagier auf dem Schiff, nebst drei Kanadiern kamen alle anderen aus den Staaten. Dies war ein bisschen mühsam für mich, denn eigentlich wollte ich ja nicht englisch lernen. Ich versuchte, den Gesprächen so gut wie möglich zu folgen, was aber nicht immer leicht war, vor allem beim gemeinsamen Essen, wenn alle miteinander redeten und sonst noch Nebengeräusche herrschten. Aber ich tat mein bestes und konzentrierte mich vor allem auf Einzelgespräche.

Die Anahi war fuer acht Tage mein neues Zuhause
Die gemuetliche Zweierkabine teilte ich mit Lary aus Colorado

Hier wurde jeden Tag dreimal sehr gut gegessen

Nach dem Essen unternahmen wir unsere erste Exkursion in ein privates Reservat mit Riesenschildkröten. Es war ein tolles Gefühl, das erste mal einem solchen Tier gegenüberzustehen. Das erste Tier war ein etwa 40 jähriges Weibchen, welches auf dem weg zur Einlage war und sich uns ohne jede Scheu präsentierte. Das zweite war ein riesiges, etwa 120 jähriges Männchen. Was das wohl schon alles gesehen haben mag. Riesenschildkröten können über 150 Jahre alt werden. Wir sahen noch viele weitere Tiere, bevor wir wieder zurück zum Schiff fuhren. Nach einem feinen, reichhaltigen dreigängigen Nachtessen gabs dann das Briefing für den nächsten Tag.

Meine erste Riesenschildkroete...

... und davon gabs noch ganz viele zu sehen


 Den restlichen Abend konnte man auf dem Schiff an der Bar verbringen, oder man fuhr in den Hafen, wo man prima Souvenir kaufen oder einen über den Durst trinken konnte.


Tag 2: Isla Isabella - Volcano Sierra Negra

Die erste Nacht auf dem Schiff verlief recht unruhig. Es war sehr heiss in der Kabine und die Klimaanlage funktionierte nicht. Nach meiner Zeit in der kühlen Sierra war ich solche Wärme nicht gewohnt. Mitten in der Nacht fuhr das Schiff zum nächsten Ort und an das Motorengeräusch musste man sich doch erst mal gewöhnen. Auch das Schaukeln des Schiffes war gewöhnungsbedürftig, vor allem während des Essens. Ich muss mich wohl erst noch ein bisschen an das leben auf der See gewöhnen. Zum Glück konnten wir noch vor dem Morgenessen vor der Insel Isabella Ankern. Essen mochte ich noch nicht so viel.

Um acht Uhr stand dann eine Wanderung zum Schildvulkan Sierra Negra auf dem Programm. Nach kurzer Busfahrt folgte eine Wanderung von 45 Minuten. Der Vulkan gehört zu den aktivsten auf den Galapagos und der Krater war riesig und weitläufig. Zum Teil war noch Rauch zu entdecken, der aus dem Krater stieg. Der Tag war sehr heiss und die Wanderung deshalb recht anstrengend.

Der Schildvulkan Sierra Negra ist der aktivste Vulkan auf den Galapagos. Der Krater ist riesig.


Nach dem Mittagessen führte uns Galo der Guide auf eine Schildkröten Aufzuchtsstation. Durch eine Station wie diese kann ein Weiterbestehen dieser Spezies sichergestellt werden. Die Eier werden eingesammelt und ausgebrütet - he nach Temperatur entstehen daraus männliche oder weibliche Tiere. Danach werden diese 8 Jahre lang geschützt, während dieser zeit sind sie sehr verletzlich und würden in der Natur unter jetzigen Bedingungen keine Überlebenschance haben. Nach diesen 8 Jahren sind die Tiere dann in der Lage, sich selbst zu schützen und werden auf der Insel ausgesetzt. In der zuchtstation konnten Tiere in verschiedenen Wachstumsstadien beobachtet werden, es wimmelte nur so von Schildkröten.

Hier krabeln die ganz kleinen...

... sobald sie groesser sind, kommen sie in ein Aussengehege.



Nach der Besichtigung blieb noch ein wenig zeit für ein verweilen im Dorf Puerto Villami, welches einen wunderschönen Sandstrand besitzt.




Tag 3: Isla Isabella - Moreno Point & Elisabeth Bay

An diesem Tag bin ich bereits kurz vor sechs aufgestanden und habe mir einen wunderschönen Sonnenaufgang angesehen. Langsam gewöhnte ich mich ans Schaukeln und an die Hitze, fand die etwas kühleren Morgenstunden aber sehr angenehm.






Fuer diesen Sonnenaufgang hat es sich gelohnt, frueh aufzustehen.



Nach dem Morgenessen fuhren wir mit den Schlauchbooten zum Punto Moreno und trafen auf der Fahrt bereits auf flugunfähige Kormorane, Blaufusstölpel, Warane und Pinguine. Die Tiere scheinen wirklich keinerlei Angst vor dem Menschen zu haben und man kann sie von sehr nahe betrachten. Die Insel bestand aus erkaltetem, scharfkantigem, schwarzem Lavagestein. Es war fast quälend heiss, da das Schwarze Gestein die Hitze noch reflektierte. Wir gelangten zu einer schönen Lagune, wo wasserschildkröten, Haie und Flamingos beobachtet werden konnten. Diese Lagunen sind oft nicht mit dem Meer verbunden und werden durch Wasser gespeist, welches durch das poröse Gestein sickert. Mit diesem Wasser gelangen auch Fischeier in die Lagunen. Es leben dort also viele Fische, diese sind aber eingeschlossen.



Dieser Kaktus ist die einzige Pflaze,welche im schwarzen Lavagestein wachsen kann. Er sorgt dafuer, das dieser steinige Grund irgendwann einmal fruchtbare Erde werden wird.

Eine von vielen vom Meer getrennten Lagunen.

Die Wasserschildkroeten koennen lange unter Wasser bleiben, schlafen sogar dort. Aber frueher oder spaeter muss jede mal nach Luft schnappen.

Ein Blaufusstoelpel: diesen Vogel werde ich spaeter noch richtig kennen lernen. Fuer mich war er mit seinem lustigen Balztanz eines der Highlights auf den Galapagos-Inseln


Anschliessend stand dann ein erster Schnorchelausflug auf dem Programm. Man konnte mit riesigen wasserschildkröten schwimmen und sah viele bunte Fische. Ans Rote Meer kommen die Galapagos aus meiner Sicht aber nicht ran - abgesehen von den Wasserschildkröten.

Während des Mittagessens begann es dann tatsächlich zu regnen und es hörte den ganzen Tag nicht mehr auf. Das Wetter kann sich hier von Minute zu Minute ändern. Mit der Regenjacke machten wir am Nachmittag dann trotzdem einen Schlauchbootausflug zu einem nahen Mangrovenwald, sahen aber wegen des Regens nicht viele Tiere und wurden ganz schön durchnässt. Trotzdem war der Ausflug interessant. Bei der Rückkehr aufs Schiff umsorgte uns die Schiffscrew mit heissem Kakao und Gebäck.





Von meinem iPhone gesendet

Die Galapagos-Inseln: Prolog

Hola amigos

Lange musstet ihr ohne einen neuen Blogeintrag ausharren. Leider hatte ich auf meinem achttaegigen Ausflug auf die Galapagos-Inseln keine Internetverbindung. Aber keine Angst, ich habe immer schoen in mein Tagebuch geschrieben, analog sozusagen. Somit werdet ihr, wenn auch im Nachhinein, gar nichts verpassen. Im Moment bin ich leider ein bisschen unter Zeitdruck. Ich bin eben gerade wieder in Quito angekommen, werde hier eine Nacht verbringen und morgen um 7.00 Uhr frueh bereits weiter nach Peru fliegen. Das bedeutet fuer mich, um halb vier Uhr frueh hier losfahren - und dass, wo ich doch schon seit fuenf Uhr frueh aufbin. Egal, ich werd im Flugzeug wohl noch ein bisschen Schlaf kriegen.
Mir bleibt also vorerst keine Zeit, den Blog zu aktualisieren. Aber soviel kann ich bereits verraten. Es war eine tolle Reise und eine wunderbare Erfahrung, die ich wohl nie vergessen werde. Und ich hab richtig viele Fotos gemacht. Aber ihr muesst euch noch ein bisschen gedulden, ja?

Ich bin sehr traurig, Ecuador verlassen zu muessen. Hier hat es mir sehr gut gefallen und ich glaub, ich bin nicht das letzte Mal hier gewesen. Es gibt einfach noch zu viel zu entdecken... Aber jetzt nicht Truebsal blasen... morgen faengt ein anderes Kapitel und ein anderes Abenteuer an und es wird bestimmt genausogut werden!

Chao mis amigos y hasta pronto en Peru.
Mike

Die Galapagos-Inseln: Teil 2

Tag 4: Isla Isabella - Caleta Tagus/Urbina Bay

Kurz vor Sonnenaufgang, noch mitten im Schlaf, startete unsere Yacht zum nächsten Aussichtspunkt auf der Insel Isabella. Es hat aufgehört zu regnen und der Himmel hatte sich bereits wieder aufgeklärt.
Unser Morgenausflug begann mit einer Nasslandung, das bedeutet, dass uns das Schlauchboot nicht ganz ans Ufer bringen konnte und wir deshalb ein kleines Stück durchs Wasser gehen müssen.
Nach dem Regen am Vortag war das Meer sehr unruhig, was die Landung sehr erschwerte. Immer wieder rollte grosse Wellen ans Ufer und das schnell hintereinander. Letztendlich schafften es doch alle ans Ufer, wenn auch nicht alle trocken.
Am Ufer folgte eine kurze Wanderung durch feines Lavagestein. Nachdem wir die Riesenschildkröten bereits in der Aufzuchtsstation und im Reservat beobachten konnten, hatten wir hier erstmals die Möglichkeit, auf Tiere in der Freiheit zu treffen. Und wir hatten sehr viel Glück, denn es waren laut unserem Guide ungewöhnlich viele Tiere unterwegs. Fast in jeder Ecke trafen wir die Schildkröten an. So wie hier war es früher auf den meisten Inseln, bis der Mensch diese Spezies beinahe ausrottete. Schildkröten waren auf Seefahrt eine idealer nahrungsvorrat, die die Tiere bis zu einem Jahr mit wenig Wasser und Nahrung überleben können und so wurden sie erbarmungslos gejagt. Heute leben auf dieser Insel wieder viele Tiere in Freiheit, es wird aber noch sehr lange dauern, bis sich der Bestand an Tieren wieder erholt hat. Eigentlich war hier auch noch ein Schnorchelgang geplant, der aber wegen des unruhigen Meeres aus Sicherheitsgründen gestrichen werden musste.

Nach der Rückkehr für unser Schiff weiter zum nächsten Ankerplatz, einer wunderschönen Bucht, wo das Wasser wieder ruhiger war und somit die Möglichkeit zum Schnorcheln bot. Entlang eines langgezogenen Korallen Riffs liessen sich unzählige bunte Fische beobachten und riesige wasserschildkröten schwammen neben einem her. Es war echt schön, ganz nah mit diesen im Wasser schwebenden Tieren zu schwimmen.
Nach einer kurzen Duschpause auf dem Schiff legten wir mit den Schlauchbooten am Caleta Tagus an. Hier wimmelte es nur so von roten Krabben. Die Krabben sind nicht etwa von Natur aus rot, nein, die haben tatsächlich einen Sonnenbrand, und sind deshalb so rot. In einer kurzen Wanderung ging es aufwärts mit wunderbarer Aussicht auf den Darwin-Lake, einem vom Meer abgeschlossenen salzwassersee, der ein Stück oberhalb des Meeresspiegels liegt. Oben auf den Aussichtspunkt hatte man dann eine wunderbare Sicht auf riesige Lavafelder welche sich vom Krater bis zum Meer hin ziehen und die ständige Veränderung dieser Inseln sichtbar machen.





Tag 5: Isla Fernandina - Punto Espinza / Isla Isabella - Punto Vicente Roca

An diesem Tag ging es nach dem Morgenessen auf die jüngste der Galapagos-Inseln, auf die Isla Fernandina. Noch keine "fremde" Spezies hat es bisher geschaft, aus diese Insel zu gelangen, weshalb dies einer der wenigen noch unberührten Orte auf dieser Welt ist. Die Insel befindet sich als jüngste Inseln genau auf dem vulkanischen Hotspot, also dort, wo die vulkanische Aktivität am höchsten ist. Nebst dem Silverstone Nationalpark und Island ist dieser Hotspot der am dritthöchsten eingestufte Hotspot auf Erden mit riesigen Lavafeldern bis hin zum Meer. Dies ist die Heimat der wohl seltsamsten Kreatur auf den Galapagos, der Galapagos Meeresechse. Es ist das Lebewesen, welches nebst den Darwin-Finken die Evolutionstheorie wohl am eindrücklichsten bestätigen. Aufgrund Nahrungsmangel an Land hat sich diese Echse als einzige Echsenart der Welt an ein Leben im Meer angepasst. Die Echsen ernähren sich ausschliesslich von Algen auf dem Meeresgrund und haben, um das mit der Nahrungsaufnahme mit aufgenommene Salz wieder loszuwerden eine soezielle Drüse am Kopf entwickelt, mit dem Sir das Salz an Land wieder ausstossen können. Da ihre Körpertemperatur während der Nahrungsaufnahme auf dem Meeresgrund stark abnimmten müssen sie sich immer wieder auf dem warmen Lavagestein an der Sonne aufwärmen. Und da lagen sie, dicht an dicht gedrängt, durch ihre Schwarze Färbung auf dem schwarzen Lavagestein manchmal kaum sichtbar, regungslos in der Sonne und stiessen von zeit zu zeit ihre Fontänen mit überschüssigem Salz aus. Für mich eines der Highlights der Galapagos.









Noch vor dem Mittagessen stand ein weiterer kurzer Schnorchelgang auf dem Programm. Hier war das Wasser sehr kalt und ich war froh um meinen Neoprenanzug.

Nach dem Mittagessen folgte dann der Haupt-schnorchelgang am Punto Vicente Rosa. Hier konnte man die Meeresechsen auch noch unter Wasser beobachten. Nach dem Tauchgang setzte sich unser Schiff wieder in Bewegung Richtung Äquator. Genau am Nullpunkt trafen wir uns alle auf der Brücke beim Kapitän und stiessen auf den Nullpunkt an. Jeder wollte natürlich genau den Augenblick auf dem elektronischen Kompass fotografieren und dazu musste der Kapitän immer wieder vor und zurück fahren - aus meiner Sicht etwas zuviel Kitsch, aber das gehört wohl dazu.
Mit dem überqueren des Nullpunktes gelangten wir nun auch an die nördlichste spitze der Insel Isabella und gerieten zum erstmal in ungeschütztes, offenes Meer. Dies bedeutete ein deutlich stärkeren Wellengang und ja, der war in der Tat spürbar. Bereits beim Nachtessen, welches wir sicherheitshalber etwas früher als gewöhnlich einnahmen, schaukelte es sch recht deftig. Im Verlaufe des Abend wurde es noch schlimmer. Seekrank wurde ich zum Glück nicht, aber ein komisches Gefühl im Magen war schon da. Als dann ein umhergehen immer schwieriger wurde, ging ich in meine Kabine, was nicht viel angenehmer aber zumindest sicherer war. In der Nacht war mir dann echt nicht mehr wohl und ich war sehr dankbar, als der Wellengang nach Mitternacht endlich wieder abnahm.


Tag 6: Isla Santiago - Puerto Egas / Isla Rabida

Am nächsten morgen befanden wir uns wieder in ruhigerem Gewässer und lagen vor der Insel Santiago Anker. Laut unserem Guide war der Wellengang in der Nacht im normalen, üblichen Bereich, es hätte viel schlimmer sein können. Mir hat es jedenfalls gereicht, mehr ist gar nicht nötig.