Mittwoch, 15. Mai 2013

mi vida en cuzco

Hola amigos

Ich bin jetzt bereits zwei Wochen am "Nabel der Welt", dies bedeutet naemlich der Name Cuzco in Quechua. Und diese Stadt hatte diesen Namen wirklich verdient, denn hier kann man die Spuren der alten Inkas an jeder Ecke entdecken. Obwohl auch hier die Zeit nicht still steht, kann man sich sehr gut vorstellen, wie es früher zu der Zeit der alten Inkas hier wohl ausgesehen haben mag.

Mein Alltag hier in Cuzco sieht etwa so aus: meist stehe ich um halb sieben auf, um den Schulstoff des vergangenen Tages nochmals zu repetieren. Um acht gibt es dann im Innenhof des Hauses unter freiem Himmel Frühstück mit meiner Gastmutter Tatiana. Dies kann zuweilen recht kühl werden, da hier die Temperaturen am Morgen ohne Sonne doch recht tief fallen können. Und es wird jeden Tag noch kälter. Im Juni und Juli, den kältesten Monaten, können die Temperaturen in dieser Höhe dann fast auf den Gefrierpunkt sinken. Beim Frühstück wird meist viel geredet und dabei vergesse ich oft total die Zeit und bin meist zu spät dran. Für den Weg in die Schule brauche ich etwa 30 Minuten da es aber stetig bergauf geht, nehme ich mir ein Taxi. Die sind hier unheimlich billig. Für die Fahrt zahlt man meist 3 Soles, egal wohin, das sind ungefähr 1 Franken. Es gäbe zwar auch einen Bus, aber der ist immer unglaublich vollgestopft, das tu ich mir nicht an. Taxis gibt es hier wie Sand am Meer. Eigentlich ist fast jedes Auto ein Taxi und man braucht nicht mal die Hand auszustrecken, schon haellt eines an.

Mein Ziel ist Limacpampa chico. Bis ich das sagen konnte, musste ich recht üben. Dort steige ich aus, drück dem Fahrer drei Soles in die Hand (gefragt wird nicht mehr, sonst bist du sowieso ein Gringo und wirst ausgenommen) und eile in die Schule. Die Schule besteht aus einem Kaffeeraum mit gratis Kaffee und fünf Unterrichtsräumen. Letzte Woche waren wir vier Schüler in zwei Zweiergruppen. Nicht gerade Hochbetrieb, und das nutzt die Schule grad, um die Wände neu zu streichen. Gelb - wie meine neue Jacke aus Ecuador jetzt auch. Aber selber Schuld! Erst gibt es zwei Lektionen Gramatica dann nach einer Pause mit zwei Pan de Chocolat aus der nahen Bäckerei, zwei Lektionen Conversacion, die ich nicht so mag, denn die sind immer sehr streng und es kommt schon vor, dass ich mal wieder gar nix verstehe.
Um zehn vor eins ist Mittagspause. Diese nutze ich für ein leichtes Mittagessen in der Altstadt, meisst mit den restlichen Studenten. Da es um zwei bereits weiter geht, muss man sich recht beeilen. Trotzdem bin ich meist zu spät, das wird hier aber nicht so ernst genommen. Dann folgen noch zwei Einzellektionen, welche auch recht anstrengend sind, während denen ich aber viel spreche und viel lerne. Um viertel vor vier ist dann Schulschluss und ich ich bin meisst total fertig.

Da ich im Haus meiner Familie nicht viel Platz habe, gehe ich fuer die Hausaufgaben nach der Schule meist in ein Café. Das ist viel gemütlicher, weil es da Kaffee (und zwar echten) und Kuchen gibt und meisst auch gratis wifi. Und man kommt so auch ab und an ins Gespräch mit Einheimischen. Das braucht man ab und zu, denn diese sagen dann einem immer, wie gut man schon Spanisch sprechen kann - Balsam für die schulgeplagte Seele.
Um sechs wird's dann langsam dunkel (ich befinde mich immer noch nahe am Äquator) und ich laufe nach Hause. Um sieben oder auch mal ein bisschen später gibt's Nachtessen und dabei und danach wird oft noch lange geredet. Manchmal ist auch Yuri, mein Gastvater dabei, meisst arbeitet der aber länger. Dann gibt's nochmals ein bisschen Hausaufgaben und um zehn bis meist so müde dass ich schon fast einschlafe.

Ich weiss, das tönt jetzt nicht so spektakulär. Aber unter der Woche bleibt neben dem Lernen nicht so viel Zeit für anderes. Sechs Lektionen am Tag sind nicht ohne. Aber ich muss sagen, dass ich hier fast ausschliesslich Spanisch reden muss und deshalb schneller Fortschritte in der Sprache mache. Mitschüler hatte ich bis anhin nur aus Brasilien, der Slovakei, Holland und England und mit denen rede ich nur im absoluten Notfall englisch und auch bei meiner Gastfamilie wird ganz selten englisch gesprochen. Dies macht aber auch sehr müde und deshalb verlege ich meine Aktivitäten ausserhalb der Schule meisst aufs Wochenende. Dieses nutze ich dann aber voll aus.

In der Umgebung von Cuzco gibt es viele Bauten der Inkas zu bewundern. An meinem ersten Wochenende bin ich nach Maras y Moray gefahren. In Maras benfinden sich salinas, welche bereits lange Zeit vor den Inkas angelegt wurden und heute nach wie vor benutzt werden. An einem Hang sind unzaehlige kleine Felder abgesteckt, in die durch ein ausgekluegeltes Leitungssystem sehr salzhaltiges Wasser geleitet wird. Nach zwei Tagen hat die Sonne dann saemtliches Wasser verdunstet und das so gewonnene Salz kann abgetragen werden. Es ist schon erstaunlich, dass diese Salinas ueber so viele Jahre hinweg immer noch gleich genutzt werden.





Die Salinas von Maras


In Moray befindet sich ein Inkabau, welcher aus lauter angelegten Kreisen besteht. Diese bilden verschieden Hohe Terrassen.  Möglicherweise diente Moray den Inka als Agrarversuchsfeld zum Studium des Einflusses dieser Mikroklimate auf den Pflanzenwuchs, den auf jeder der Terassen herrscht ein anderes Mikroklima.

 


Die kreisfoermig angelegte Inkaanlage von Moray


Waehrend des zweiten Wochenendes habe ich dann eine Citytour gemacht, bei der man fuenf nahe gelegene Inkaruinen besucht. Die Bauten der Inkas sind schon gewaltig und man kann sich nicht vorstellen, wie die Inkas diese Bauten zu jener Zeit bauen konnten.








Naechstes Wochenende werde ich dann ins Heilige Tal fahren und eine Nacht in Aguas Calinetes verbringen. Dieses kleine Dorf liegt ganz nahe an Machu Picchu und bietet mir die Gelegenheit, am Sonntag morgen ganz frueh zur bekanntesten aller Inkaruinen zu fahren, um dort den Sonnenaufgang zu geniessen. Auf diesen Moment freue ich mich schon riesig.

Mehr dazu dann aber naechste Woche.

Viele Gruesse aus dem Inkareich Cuzco.
Mike

Kommentare:

  1. Hoi Mike. Danke für Dini Charte vo Ecuador. Sie isch geschter aacho. Liebi Grüess Conny

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  2. gern geschehen...

    Gruss Mike

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