Dienstag, 18. Juni 2013

In Cabanaconde bei einem der tiefsten Cañons der Welt

Hola chiccos, todo bien?

Nach meinem etwas ungluecklichen Abschied von Bolivien bin ich wieder zurueck nach Peru gereist. Gleich nach meinem verpassten ersten Busticket habe ich mir ein Ticket fuer den einzigen Nachmittagbus gekauft, welches mich ueber den Grenzort Desaguadero ueber Puno nach Arequipa fuehrte. Da der Bus um ein Uhr morgens in Arequipa ankam, verzichtete ich auf eine Uebernachtung dort und nahm gleich den ersten Bus weiter nach Cabanaconde. Gluecklicherweise fuhr dieser Bus bereits um halb drei morgens, sodass ich wenigstens nicht lange warten musste.

Die Fahrt mit dem Regionalbus dauerte etwas mehr als sechs Stunden und war eine der ungemuetlichsten Busfahrten meiner Reise in Suedamerika. Die Strecke war sehr, sehr holperig und im Bus war es zeitweise sehr kalt. Zudem war der Bus alt und klapprig, was man bei jeder Unebenheit auch merkte. Dafuer war aber die Aussicht wunderschoen.

Cabanaconde
Cabanaconde ist ein kleines Dorf mit ca. 2200 Einwohnern und wird trotz seiner idealen Lage am Cañon de Calcon, einem der tiefsten Cañons der Welt, bis jetzt von Touristenstroemen verschont. Das Dorf bietet zwar einige Hostels und Hotels, wirkt aber sehr verschlafen und einsam. Eigentlich genau das, was ich nach der Millionenstadt La Paz gesucht habe.

Ich quartierte mich im der Posade del conde ein, einem kleinen Hotel, wo eine Uebernachtung in einem Einzelzimmer inkl. privatem Bad (und heisser Dusche!!!!!) gerade mal 25 Soles kostete. Und das mit Fruehstueck. Nach meiner Ankunft kurz nach dem Mittag musste ich erst mal ein wenig nachschlafen, denn der Schlaf kam die letzten beiden Naechte etwas zu kurz.

Cruz del Condor
Am naechsten Tag machte ich mich auf zu einem nahegelegenen Aussichtspunkt namens Cruz del condor, wo laut meinem Guidbook die Moeglichkeit bestand, Kondore zu beobachten. Der groesste flugfaehige Vogel der Welt ist das Wappentier Perus und ist in der Mythologie der Inka gleichbedeutend mit dem Element Luft und dem Himmel. Die beste Zeit, dieses Tier zu beobachten, ist am Morgen frueh. Als nahm ich den ersten Bus um halb sieben.

Am Mirador war noch nicht so viel los, ich wusste aber, dass sich spaeter viele Busse mit Touristen hier einfinden werden. Die Kondore liessen sich vorerst nur sehr weit in der Ferne blicken, von Auge fast nicht zu sehen. Ich wusste aber, dass ich Geduld haben musste, denn eine Garantie, wirklich einen Kondor zu sehen, gab es nicht. So langsam fuellte sich der Aussichtspunkt mit Menschen, welche teilweise mit riesigen Fotoausruestungen aufkreuzten. Das waren bestimmt keine Packpackers...

Und nach einer halben Stande kamen sie dann schliesslich... die Kondore. So viele haette ich in meinen kuehnsten Traumen nicht erwartet. Teilweise bis zu sechs Tiere schwebten ueber dem Cañon und liessen sich von den Touristenmengen nicht stoeren. Es war wunderschoen, die majestaetischen Voegel mit einer Fluegelspannweite von bis zu 1,60 Metern zu beobachten. Ein weiteres Highlight auf meiner Reise.

Ein Kondor im Fluge


Cañon de Colca: Bilder von einem der tiefsten Cañons der Welt
Nach ca. drei Stunden machte ich mich zu Fuss zurueck nach Cabanaconde. Es gab einen wunderschoenen Wanderweg, der mir atemberaubende Bild des Cañon-Gebierges zeigte. Der Weg fuehrte ueber Wiesen und Weiden, vorbei an Pferden, Eseln, Schafen und Kuehen. Und ueberall hatte es Singvoegel und Schmetterlinge. Ich fuehlte mich wohl, hier wieder auf dem abgelegenen Lande zu sein. Hier fuehlte ich mich wieder wie zwei Monate zuvor in Ecuador.

Das Abendessen nahm ich in meinem Hotel ein... es war sehr gut. Danach ging ich frueh zu Bett, da ich am naechsten Tag in den Cañon hinabsteigen wollte. Eine Wanderung, die nicht ganz leicht ist. Immerhin sind es fast 1000 Hoehenmeter, welche ich am Morgen hinab und am Abend wieder hinaufsteigen wollte.

Aber dazu mehr im naechsten Blog.

Cordiales saludos
Mike

Kommentare:

  1. Hallo Mike
    Kondore fliegen zu sehen entschädigt sicherlich all die Unannehmlichkeiten der letzten Tage. Freut mich sehr,dass sie für dich ihre Runden gedreht haben!
    LG u.

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    1. Hola U.
      Ja, da hast du recht. Die Unannehmlichkeiten sind bereits schon wieder vergessen. Auch das gehoert zum Reisen und im Vergleich zum Rest fallen Sie nicht gross ins Gewicht. Ich geniesse jetzt noch meine beiden letzten Tage hier in Lima am Meer und traeume bereits von meinem naechsten Aufenthalt hier.

      Hasta pronto en Suiza
      Mike

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  2. Wieder mal sehr tolle Bilder. War sicher ein tolles Erlebnis bei den Kondoren. Und schon bald ist das Abenteuer wieder vorbei. Aber Du nimmst sicher ganz viel mit von Deiner eindrücklichen Reise. Gerne würden wir Dich natürlich bald mal treffen, aber zuerst must Du sicher mal ankommen. Wann genau fliegst Du denn bzw. wann bist Du wieder hier? Mit einem lachenden und einem weinenden Auge?
    Liebe Grüsse A&R

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  3. Hey gerade ist noch eine schöne Postkarte angekommen, vielen Dank dafür. Die hat unseren Tag noch schöner gemacht! ;o) Bekommt einen Ehrenplatz! A&R

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    1. Hola amigos
      Ist gern geschehen. Ich werde am Samstag abend den Flug von Lima nach Amsterdam nehmen und dann am Sonntag, 23. Juni um 19.20 Uhr in Zuerich landen. Ich hab dann noch eine Woche Ferien um mich wieder ein wenig an die Schweiz zu gewoehnen. In dieser Woche koennen wir gerne was abmachen, hab euch viel zu erzaehlen, alles hatte nicht plazt im Blog. Ich wuerde mich auch freuen, euch bald wieder zu sehen. Beim Peruaner, um die Ecke?

      Bis dahin verbringe ich noch zwei letzte Tage in Lima am Meer. Das mit dem weinenden und lachenden Auge stimmt natuerlich. Es gaebe noch viel zu sehen hier und irgendwie bin ich grad so in Reiseschwung gekommen. Aber eben, ich freu mich auch wieder auf die Schweiz. Auf ein andermal, Suedamerika. Ich komme wieder, keine Frage.

      Hasta pronto
      Mike

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