Freitag, 19. April 2013

Der Quilotoa-Loop: Saquisilí 2950 m.ü.M.

Hola amigos
Um meine Triologie über den Quilotoa-Loop zu vervollständigen, werde ich euch jetzt noch von meinem Besuch des Wochenmarktes in Saquisilí erzählen. Dies ist einer der grössten und wichtigsten Wochenmärkte im Gebiet des Cotopaxis und zieht die Indigenen aus der ganzen Region an. Dieser immer am Donnerstag morgen stattfindende Markt zieht natürlich auch viel Touristen an, konnte aber seine indigene Tradition trotzdem wahren und ist deswegen umso interessanter. Der Markt findet insgesamt an 6 verschiedenen Standorten in der Stadt statt und jeder Standort bietet etwas anderes. Da gibt es den Tiermarkt, den Femüsemarkt, den Früchtemarkt, den Kunstmarkt usw. Das bedeutet, dass während des Markttages die ganze Stadt auf den Beinen ist und einen ganzen morgen ein buntes Treiben durch die Strassen Saquisilís wuselt.

Aber erst zurück nach Chugchilán. Nach einer zweiten Nacht im Hostal Mama Hilda musste ich am Morgen frueh raus, da der einzige Bus nach Sigchos bereits um 5.30 Uhr fuhr. Also packte ich mein Gepaeck und machte mich auf ins Ortszentrum, wo der Bus bereit stand. Es war noch dunkel, aber am Horizont zeichnete sich bereits die Morgendaemmerung ab. Der Buschauffeur scheint im Bus geschlafen zu haben, dann nachdem er den Bus geoeffnet hatte, putzte er sich erst mal die Zaehne. Ausser mir waren erst ein Paar weitere Touristen aus meinem Hostal und drei Einheimische unterwegs. Der Bus fuhr dann aber nicht etwa puenktlich ab, nein, gleichzeitig diente er naemlich noch als Schulbus und um zehn nach sechs drudelten immer noch Schueler ein. Wenn ich das gewusst heatte... Als der Bus dann endlich losfuhr, war die Daemmerung schon voll im Gange und der Bus hatte sich mittlerweile mit Schuelern in ihren Schuluniformen gefuellt. Unterwegs stiegen immer mehr Schueler ein und der Bus schien bis Sigchos fast aus den Naehten zu platzen. Zum Glueck war ich frueh dran gewesen und konnte mir noch einen Sitzplatz ergattern.

Mit Verspaetung trafen wir schliesslich in Sigchos ein und erwischten den Bus nach Latacunga gerade noch, der mich schliesslich zur letzten Station auf meinem Quilotoa-Loop brachte, nach Siquisilí. Von meiner Hosteria wusste ich nicht viel und so musste ich mich erst mal durchfragen. Leider verstand ich die Leute von Saquisilí sehr schlecht. Aber letztendlich fand ich mein Zuhause fuer eine Nacht. Bis ich dort war, musste ich mich aber noch mit einer Horde Hund abmuehen, welche mich wie verrueckt anbellten. Bei gleichzeitig zehn bellenden Hund war sogar mir nicht mehr wohl.

Die Hosteria Gilocarmela machte von aussen einen etwas schaebigen Eindruck und nachdem ich ein paarmal geklingelt hatte, passierte erst gar nichts. Erst nach dem xten mal klingeln meldete sich dann jemand und es dauerte gleich nochmals so lange, bis der Schluessel zum Aufschliessen gefunden wurde. Das Innere sowie das Zimmer das mir gezeigt wurde, verbesserte den ersten Eindruck nicht. Aber es war ja nur fuer eine Nacht. Die Hosteria besass ein riesiges Gelaende, welches noch ein Schwimmbad, ein Restaurant mit Saal, einen kleinen Zoo mit einem Vogelstrauss (!) und eine eigene Forellenzucht, wo man sein Abendessen selber fangen kann. Leider schien alles nur halbfertig zu sein. Schade, denn da haette man sicher etwas Besseres draus machen koennen. Und ich war schon wieder der einzige Gast! Da es in Saquisili kein Restaurant gibt, bestellte ich dann tatsaechlich Truncha a la plancha (Forelle) zum Abendessen. Gefangen hab ich sie aber nicht selbst. Im Hof, auf dem tagsueber viele Kolibris schwirren, wurde im Cheminee ein grosses Feuer angezuendet und fuer mich alleine wurde extra ein Tisch eingerichtet. Die Forelle schmeckte echt vorzueglich, da war ich sehr positiv ueberrascht. Nach dem Essen ging ich bald ins Bett, da der Markt am naechsten Morgen schon frueh begann.

Der Markt war wirklich riesig, bunt und sehr interessant. Vorallem der Tiermarkt und der Kunstmarkt waren sehr rege besucht und viele Einheimische erschienen in ihren schoenen und bunten Trachten - Maenner wie Frauen. Erstaunt hat mich, dass nicht etwa nur die Maenner am Viehmarkt handeln... da mischen die Frauen genau so mit, wenn nicht sogar mehr. Auf dem Kunstmarkt habe ich mir dann auch mal ein paar Souvenirs gekauft, auch wenn es in meinem Rucksack ueberhaupt keinen Platz mehr hat. Als ich um kurz vor 11 vom Markt zurueckkam, machte mir Laura, die Besitzerin der Hosteria sogar noch ein Fruestueck nur fuer mich. Die Hosteria schien einen recht schlechten Eindruck zu machen (und das Bettzeug hat fuerchterlich nach Kaminrauch gerochen) aber die Besiterin und ihre Tochter haben sich wirklich sehr um mich gekuemmert und mir ich bei der Weiterfahrt nach Quito sehr geholfen. Darum wird mir diese Hosteria trotzdem in guter Errinerung bleiben.

Mit dem Taxi fuhr ich schliesslich zur Panamericana und hielt dort einen Bus nach an, der mich in weniger als zwei Stunden nach Quito fuhr. Ich bin also wieder am Anfangsort meines Ecuadortripps angelangt. Hier werde ich eine Nacht im Hotel Casa Helbling (sehr huebsch) verbringen und dann morgen auf die Galapagos-Inseln fliegen. Ich bin gespannt, was mich in der letzten Woche meiner Ecuador-Reisen noch erwarten wird.

Hasta luego y cordiales saludos
Mike




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Kommentare:

  1. Hey!
    Vo de Anita (minere Cousine) hani din Link becho. Es isch mega spannend zum läse und da ii letscht Jahr in Perú gsi bin chanis mir grad vorstelle, obwohl i Equador nöd kenn.
    Jetzt bisch ja da di schö Natur am gnüsse uf de Galapaos und den viel Vergnüege in Perú. Grüess mir Arequipa, Lima, Cusco, Puno,... ciudades muy lindas! muchos saludos de suíza, Sabrina:-) y sí tu necesitas algúnas ideas, preguntame:-)

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    1. Hola Sabrina. Que chevere! Muchas gracias por tu mesaje. Despues he regresado de las islas galapagos, me quedo una noche a Quito y mañana, muy temprano a las siette de la mañana, voy a ir al Peru - a Lima y despues a Cusco, donde voy a saludar mi nueva familia por las cuatros proximas semanas. El lunes voy a empiezar mi escuela.
      Si tengo una pregunta o necesito unas ideas, voy a preguntate, claro! Gracias. Hasta pronto. Mike

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